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Es ist ein Wunder!
Das neue Evangelische Gesangbuch im Rheinland

© für das Manuskript bei Heinz-Peter Katlewski, 1996. 


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für Studio ECK - Evangelische Radiowerkstatt im Bürgerfunk von Radio Erft
Donnerstag, 5. Dezember 1996, 20:04 - 20:59 Uhr

Teil 2 (von 7)

Teil 1

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Am Anfang stand eine wissenschaftliche Prüfungsarbeit. Heute gehört der Presbyter der Johanniskirche in Brühl zu dem kleinen Kreis der Experten der Hymnologie in Deutschland. Nebenberuflich, in seiner Freizeit, beschäftigt er sich mit geistlichen Liedern. Unter seinem Dach verbirgt sich eine umfangreiche Sammlung von Gesangbüchern aus mehreren Jahrhunderten. Einen Teil davon stellt er zur Zeit gerade in der Johanniskirche aus. Ich habe ihn besucht und mit ihm gesprochen:

O-Ton 4 (Interview Andreas Wittenberg)

Frage: Herr Wittenberg, Sie sind ein Hymnologe und haben jetzt ein eine Gesangbuch-Ausstellung zusammengestellt für die Johanniskirche in Brühl. Wie sind Sie darauf gekommen?

Ich sammle seit vielen Jahren Gesangbücher und habe einige hundert Gesangbücher in den Schränken stehen, und die anderen Presbyter in unserer Gemeinde wussten das und haben gesagt, warum machen Sie keine Ausstellung mit alten Gesangbücher, wenn wir das neue Gesangbuch einführen.

Frage: Was kann man denn von alten Gesangbüchern lernen?

Also erstens ist es unheimlich interessant zu vergleichen, wie Gesangbücher sich über die Jahre weiterentwickeln, wie Lieder ihre Texte verändern, wie Strophen dazukommen oder weggenommen werden. Und wir wollen mit dieser Ausstellung zeigen, dass so ein neues Gesangbuch nicht aus dem Nichts kommt, sondern ein Glied in einer ganzen Kette von Gesangbüchern, die vor ihm da waren, darstellt. Und wenn man diese Kette anschaut, versteht man plötzlich, warum jetzt ein neues Gesangbuch nötig ist, und warum das neue Gesangbuch, was wir am 1. Advent einführen, so geworden ist, wie wir es haben werden.

Frage: Gesangbücher hatten offenbar nicht immer Noten. Warum hatten die nicht immer Noten?

In der Reformationszeit brauchten sie keine Noten, weil die Leute auswendig gesungen haben. Und sie konnten auswendig singen, weil die ersten Lieder der Reformation auf bekannte und vorhandene Melodien gedichtet wurden oder Umdichtungen katholischer Lieder waren. Diese Melodien konnten die Leute auswendig. Und später, wenn ein neues Lied geschrieben war, übte der Kantor am Samstag dieses neue Lied mit der Gemeinde ein, so dass es am Sonntag im Gottesdienst gesungen werden konnte. Und das heißt, bis ins 17. Jahrhundert waren Noten im Gesangbuch nur üblich, wenn eine neue Melodie entstanden war. Dass ein Gesangbuch immer und zu jedem Lied Noten hat, das gibt’s erst in unserem Jahrhundert.

Frage: Sie haben nun auch Beispiele darin, dass man wohl gerne Noten abdrucken wollte, aber das dann nicht immer ganz so möglich war, weil die Umstände dafür nicht da waren. 

Wir stellen ein Gesangbuch aus, da steht vorne folgendes Notabene drin: „Den Musikverständigen wird zur Nachricht erinnert, dass einige Liedermelodien mit Dreivierteltakt hätten sollen bezeichnet werden, weil aber diese Zeichen und dazu nötigen Noten in der Druckerei nicht vorhanden waren, so haben solche müssen weggelassen werden.“ Es war also nicht einfach immer die richtigen Noten zu bringen. Und gerade in den Anfangszeiten, wo Noten noch einzeln in Holzblöcke geschnitzt wurden, sind entsetzlich viele Fehler passiert.

Musik 3


Teil 2 (von 7)

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