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Es ist ein Wunder!
Das neue Evangelische Gesangbuch im Rheinland


© für das Manuskript bei Heinz-Peter Katlewski, 1996. 


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für Studio ECK - Evangelische Radiowerkstatt im Bürgerfunk von Radio Erft
Donnerstag, 5. Dezember 1996, 20:04 - 20:59 Uhr

Teil 6 (von 7)

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Hier ist wieder Studio E.C.K., die Evangelische Radiowerkstatt im Bürgerfunk von Radio Köln. Heute geht es um das neue Evangelische Gesangbuch, das am 1. Advent in den Gemeinden offiziell eingeführt wurde.

Vor ein paar Tagen wurde es in der Essener Grugahalle mit einem großen Liederfest der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Moderation dort hatte ein Kölner Pfarrer: Uwe Seidel von der Johanniskirche in Klettenberg. Bekannt wurde er vor allem durch seine lateinamerikanischen Beatmessen und durch die Predigtgottesdienste mit dem Kabarettisten Hans-Dieter Hüsch. Uwe Seidel hat selbst viele neue Lieder geschrieben.

O-Ton 8 (Interview Uwe Seidel)

Sehen Sie, es gab eine Zeit, die darin bestand, dass man den Eindruck vermittelte, wenn man die Kirche betritt, dann muss man den Verstand an der Garderobe abgeben. Dann muss man sich einer alten Sprache und eines alten Denkens bedienen, und wer das nicht kann, ist „out“. Und da ich mit vielen jungen Leuten während der letzten 30 Jahren zusammen gelebt habe und arbeitete und Gottesdienste entwickelte, habe ich festgestellt, es ist ganz schlimm, wenn also dieses Denken in unserer Kirche noch greift. Denn noch damals in der Reformation haben die Menschen Lieder gesungen, die in ihre Zeit hineinpassten. Sie habe ihre Proteste so formuliert, auch ihr Lob Gottes so formuliert, dass es in die Zeit hineinpasste. Und die Lieder, die wir heute singen, also die modernen oder neuen geistlichen Lieder sind in gewisser Weise auch eine Zeitansage. Ich muss meinen Verstand nicht an der Garderobe abgeben aber auch nicht meine Gefühle.

Frage: Worum geht’s heute?

Es geht darum, dass wir dabei sind unsere Zukunft zu verspielen, dass unsere Schöpfung zerstört wird und die Zukunft unserer Kinder in Frage gestellt ist. Und das heißt, wir haben einen ganz neuen Klagehorizont bekommen. Also ein Freund von mir hat dieses Lied geschrieben „Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt, damit ich lebe“. Das ist gleichzeitig auch ein „Ehre sei Gott in der Höhe“ und das heißt, wir koppeln unsere Schwierigkeiten und unser Leben nicht von Gott dem Schöpfer ab, sondern es bekommt auch einen neuen Sinn.

 

((bereits vorher unterlegen, dann hochziehen))

Atmo 3 (Liederworkshop Altenberger Ökumen.Kirchentag):

((ab Wiederholung Zwischenspiel))

„Ich lobe meinen Gott, der mir den neuen Weg weist, damit ich handle. Ich lobe meinen Gott, der mir mein Schweigen bricht, damit ich rede. Ehre sei Gott auf der Erde...“

((unter den folgenden O-Ton legen, unter der Antwort rausziehen))

 

O-Ton 9 (Interview Uwe Seidel)

Frage: Sind diese neuen Lieder, auch die im Gesangbuch, ein Mittel, geeignet Menschen wieder an Kirche heranzuführen? Haben sie etwas magnetisches? Haben sie eine missionarische Bedeutung?

Also, sie haben in erster Linie nicht die missionarische Bedeutung von Evangelisation. Das ist ein Ansatz gemeindebildend, aber nicht unbedingt ein missionarischer Ansatz. Was ich sehr wichtig finde ist, dass Menschen, die in die Kirche kommen und eingeladen werden, diese Lieder zu singen, dass sie nicht abgestoßen werden und haben den Eindruck, also Kirche, das ist der Muff von alten Jahren unter verstaubten Talaren. Sondern es ist frisch, und es ist neu, und es ist für uns gut.

Musik 7


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