| Teil
1 (von 4) |

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20 Sekunden stehen lassen))
Musik 1
Komm
Herr, segne uns
CD Liederfest, Essen GRUGA-Halle
((absenken
und dem folgenden Text unterlegen)) |
So
klang es vor bald zwei Jahren als in der Essener Grugahalle das neue Evangelische
Gesangbuch für das Rheinland vorgestellt wurde - öffentlich, damit jeder
und jede es hören kann. So ähnlich wird es vielleicht auch klingen, wenn
am Sonntag, den 1. November 1998 gleich zwei neue Gesangbücher
vorgestellt werden: das Evangelisch-reformierte und das Katholische
Gesangbuch der deutschsprachigen Schweiz. Vielleicht ein bisschen voller,
denn das Ereignis findet an diesem Festtag - Allerheiligen und
Reformationstag fallen zusammen - in einer Kirche statt: in der
katholischen Jesuitenkirche von Luzern. Und es werden zwei sangesfreudige Konfessionen
zugegen sein.
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10 Sekunden stehen lassen))
Musik 1
Komm
Herr, segne uns
CD Liederfest, Essen GRUGA-Halle
((absenken
und unter dem O-Ton herausziehen)) |
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O-Ton
1 (Teilnehmerin im Interview, Workshop Ganz)
Frage: Das neue Gesangbuch kommt
in die Gemeinde und sie haben mit die Aufgabe, es auch
einzuführen. Was, glauben sie, wie kommt die Gemeinde, damit
zurecht? Freut sie sich drauf,? Ist sie schon vorbereitet? Wie
geht's Ihnen damit?
Mir persönlich geht's gut damit. Ich bin
in zwei Gemeinden tätig. In der einen Gemeinde ist das Gesangbuch
sicher schon besser vorbereitet, durch solche Lieder, die wir
schon gesungen haben. In der anderen Gemeinde, der sehr
ländlichen Gemeinde, ist ein größerer Widerstand da. Aber ich
denke, dass wir mit dem Kirchenchor als Vorspurgruppe diese Freude
daran wecken können und auch einen gewissen, so etwas, wie sagt
man, etwas lustig machen können die Gemeinde darauf.
Frage: Was ist denn für sie neu,
was vorher so nicht existiert hat? Oder was ist das besondere an
dem neuen Gesangbuch?
Ich glaube schon, diese vielen
responsorischen Gesänge und diese auch Psalmodien auf einem Ton
singen. Das wird in unserer Gemeinde etwas Widerstand geben, weil
es vielen Leuten katholisch tönt, und das wird wahrscheinlich der
längste Prozess sein, da etwas zu verändern. |
Es
kommt etwas neues in die Gemeinden. Vor einigen Wochen hatten
Chorvorstände, Chorleiterinnen und Chorleiter der Züricher Landeskirche
im Kirchgemeindehaus Neumünster, Gelegenheit, ein paar Ideen
kennenzulernen, wie man dieses Buch in die Gemeinde bringen kann.
Über
eine Revision des Evangelisch-Reformierten Kirchengesangbuches wurde in
einer Kommission schon seit 1977 nachgedacht. Bei den Katholiken ging es
bereits im Spätherbst 1971 los. Bis damit begonnen wurde, wurde einige
gemeinsame Projekte auf den Weg gebracht: die Mitarbeit beider
Konfessionen in der Arbeitsgemeinschaft Ökumenisches Lied der
deutschsprachigen Länder und ein Jugendgesangbuch, "Kumbayah",
das die Katholischen Bischöfe und die Reformierten Landeskirchen
gemeinsam verantworten. Und so ist es vielleicht kein Wunder, dass sich
Katholiken und Reformierte auch bei der Entwicklung ihren neuen Gesangbücher
um Zusammenarbeit bemühten. Der Gesangbuchbeauftragte der
Deutsch-Schweizer Katholiken Pater Walter Wiesli zu seinen Erfahrungen:
O-Ton 2 (Interview mit Pater
Dr. Walter Wiesli, Immensee)
Ich würde heute sagen aus dem Rückblick, ist das etwas vom
Erfolgreichsten und auch vom Schönsten von unserer Gesangbucharbeit.
Kann ich wohl sagen. Wir haben heute 238 Gesänge gemeinsam. Und wir
haben uns den Weg nicht leicht gemacht. Ich wehre mich dagegen, wenn man
dann meint, man hätte da einfach leichtfertig und vielleicht auch mit
leichter Hand da so ein bisschen in Ökumene gemacht. Wir haben auch
leidvolle Erfahrungen gemacht. Es gab Lieder, die wir nicht
durchgebracht haben. Zum Beispiel "Es ist ein Ros'
entsprungen" haben wir nicht durchgebracht. Und andere Lieder auch.
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Es
waren meist die Texte, die Widerstand hervorriefen, wenn zu entscheiden
war, ob man ein Lied gemeinsam haben kann oder nicht. "Es ist ein
Ros entsprungen" gehört jedenfalls nicht dazu. Ob Maria nach der
Geburt Jesu eine reine Magd blieb, wie es die katholische Version
feststellt, oder ob sie nur ein Kind gebar, das selig macht, wie es alle
evangelischen Gesangbücher im deutschsprachigen Raum behaupten, das war
keinem einfachen Kompromiss zugänglich. Leichter war das bei den
Melodien. Dazu der Beauftragte der Reformierten Gesangbuchkonferenz Pfarrer
Hans-Jürg Stefan:
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O-Ton 3 (Interview mit Pfarrer
Hans-Jürg Stefan in Einsiedeln
Nehmen wir mal "Nun danket alle Gott", 's ist so eines der
bekanntesten Beispiele. Da war der Fall so, dass wir wussten, dass in
Deutschland im neuen Evangelischen Gesangbuch auch die ursprüngliche
Melodiefassung hineinkommt. Die ist etwas rhythmischer, fängt mit einem
etwas längeren Ton an und entspricht eigentlich auch besser der
Deklamation des Textes: "Nun danket alle Gott" statt "Nun
danket alle Gott", statt diesen gleichwertigen Noten etwas die
Betonung, und da haben sich beide Kommissionen entschlossen, wir wollen
zurück zu originalen Melodiefassung, weil es eben lebendiger ist, etwas
rhythmischer und vielleicht sogar auch jüngeren Menschen mehr Freude
bereitet als das gleichmäßige Singen. Der Preis dafür ist natürlich,
dass die Gemeinden in solchen Fällen ein bisschen umlernen müssen.
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O-Ton
4 (Workshop Pfarrer
Hans-Jürg Stephan in Zürich)
(im
Dialekt, schriftlich schlecht wiederzugeben)
Zum
ersten Mal .... sorgfältig gestalten
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Auf
beiden Seiten, bei Katholiken und Reformierten, ist das Gesangbuch
freilich mehr als nur ein Liederbuch. Der Berner Professor für
Kirchenmusik und studierte Theologe Andreas Marti, hat in der Reformierten
Gesangbuchkommission sowohl die Auswahl der Gesänge mitbestimmt als auch
die
spezielle Liturgiekommission geleitet.
O-Ton 5 (Interview mit Prof.
Dr. Andreas Marti, Bern)
Es sind Gottesdienstordnungen drin. Es sind natürlich die ganzen Lieder
und Gesänge, die man da braucht. Es sind aber auch Sprechtexte drin,
Gebetstexte, die man auch gottesdienstlich brauchen kann. Wir haben auch
von Anfang an gesagt, es soll darüber hinaus auch dienen dem Gebrauch
in Gemeindegruppen außerhalb des Gottesdienstes. Zum Beispiel kann man
da dann die Kanons wunderbar brauchen. Im Gottesdienst ist es vielleicht
gelegentlich mal schwierig, wenn die Leitung nicht gewährleistet ist.
In Gruppen kann man auch etwas anspruchsvollere Dinge singen. Wir haben
für solche kleineren Gruppen beispielsweise auch die Tagzeiten im
vollen Wortlaut abgedruckt, ein eigenes Tagzeitengebetsmodell
entwickelt, damit eben solche auch u.U. pfarrerlose Gruppen selber
verantwortlich mit dem Gesangbuch arbeiten können. Das ist dann im
Grunde immer noch Gottesdienst, aber eine etwas andere Ebene. Es ist dann
die Ebene des Unterrichts - durch die Nachbesserung
natürlich wesentlich verstärkt. Und es ist vor allem das, was das
Gesangbuch in früheren Zeiten offenbar mehr gewesen ist und dann eine
Weile weniger und jetzt wieder werden soll, ein geistliches Hausbuch.
Also auch ein Andachtsbuch.
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