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O-Ton
11 (Interview mit Pfarrer Hans-Jürg Stephan in Einsiedeln)
Während dem auf katholischer Seite vielmehr Erfahrung und auch
Lust ist, Psalmen nach der gregorianischen Tradition im
Sprechgesang zu singen, ist das in unseren Gemeinden mit ganz
wenigen Ausnahmen, gar nicht mehr möglich, weil die Tradition
praktisch seit der Reformationszeit abgebrochen ist. Aber wir
haben jetzt vier Liturgien: Morgen-, Mittag-, Abend- und
Nachtgebet, vor allem so in der klassischen Struktur von einem
Eingangsteil mit einem Eingangslied oder Hymnus, ein Psalm oder
mehrere Psalmen, wenn man's ausbauen will, Textlesung, Stille und
dann ein Lied, ein neutestnamentliches Loblied, das zur Tageszeit
gehört, wie am Abend zum Beispiel der Lobgesang der Maria, das
Magnifikat. Und dann das Nachtgebet mit dem Lobgesang des Simeon,
und dann am Schluss dieser Tag-Zeitengebete der Gebetsteil. Und
diese Struktur entspricht haargenau der in anderen Kirchen. Also
nicht nur der katholischen, der römisch-katholischen, sondern
auch bei den Christkatholiken, der Anglikanischen Kirche
grundsätzlich vorhandenen Tradition. Und das wir das wieder neu
entdecken, ich denke darin liegen auch mehrere Chancen. |
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Musik
8
psalmodieren
MC
Walter Wiesli: |
Es
sind hier vor allem delegierte Priester und Kantorinnen und Kantoren aus
den verschiedensten Bistümern der Deutschschweiz, die diesen sehr
rhythmischen Psalm singen. Wenige Tage nach dem reformierten
Chorleitertreffen in Zürich trafen sie sich in Einsiedeln, um ihr neues
Gesangbach kennenzulernen und zu beraten, wie sie es in den Dekanaten und
Gemeinden einführen können. Wie aber kam es überhaupt zu einem eigenen
Deutschschweizer Gesangbuch? Es gab immerhin eine Alternative. Dazu Pater
Walter Wiesli:
O-Ton
12 (Interview mit Pater Dr. Walter Wiesli in Immensee)
Eigentlich war geplant, dass wir das Gotteslob übernehmen
würden. Es war ein Beschluss der Bischofskonferenz. 1975 hatten
wir bereits einen Anhang. Der war fertiggestellt, wurde den
Bischöfen auch übergeben als Anhang zum Gotteslob, ein
schweizerischer Anhang, wie das in Deutschland ja in den einzelnen
Ländern auch der Fall ist. Mehr und mehr hat sich dann - ich
nenn' das mal so - im mittleren Kader haben sich Widerstände
ergeben gegen das Gotteslob und zwar, mittlere Kader, das wären
vor allem die Seelsorgeräte, die Priester der mittleren
Generation, Priesterräte, unter an dem auch des Bistums Basel,
die haben sich sehr stark dafür engagiert, dass wir auf eine
eigene Lösung hin tendieren würden, weil man voraus-gesehen hat,
dass die pastorale Landschaft der Schweiz gegen das Jahr 2000 sich
sehr wahrscheinlich stark verändern würde. Das hat man
vorausgesehen. |
Heute
hat längst nicht mehr jede Römisch-katholische Kirchengemeinde der
Deutschschweiz ihren eigenen Pfarrer, und die Tendenz ist, dass es eher
noch schwieriger wird. Das offenbar hat dazu geführt, dem neuen
Gesangbuch auch eine strategische Aufgabe zuzuweisen in einer Zeit, in der
eine aktive Gemeinde und die Mitarbeit der Laien mehr denn je gebraucht
werden. Sie werden aufgewertet. Das Gesangbuch wird zum Rollenbuch.
O-Ton
13 (Interview mit PD Dr.Werner Hahne in Bergisch Gladbach)
Die Gemeinde ist das Subjekt, die Trägerin des Gottesdienstes in
ihrer Versammlung, und sie differenziert sich wie alles
darstellende Handeln, etwa auch ein Theaterstück, ein Drama in
verschiedenen Rollen. Das heißt, es gibt jemanden, der den
Vorsteher , die Vorsteherrolle übernimmt. Also in der Messfeier
der Priester. In einer Andacht kann das auch eine
Pastoralassistentin sein oder ein Mann oder eine Frau aus der
Gemeinde, die beauftragt sind vom Pfarrer. Daneben gibt es aber
sehr viele andere Rollen. Zum Beispiel den Leser. Lektor/Lektorin
nennen wir die. Das sind diejenigen, die Lesungen vortragen. Es
gibt den Kirchenmusiker, sei es der Chorleiter, sei es der
Organist, seien es der Kirchenchor, es gibt Ministrantinnen/Ministranten,
Kommunionhelfer/Kommunionhelferin, es gibt den Psalmisten oder den
Kantor/die Kantorin. Also, wir haben eine Fülle von
Rollenträgern. Und dieses Buch ist so angelegt, dass alle diese
Rollenträger, vor allem aber die Hauptrollenträgerin, die
Gemeinde, die Gemeindeversammlung, in diesem Buch alles findet an
Texten und an Gesängen, die die betreffenden Rollenträger
brauchen, um die unterschiedlichsten Formen von
Gottesdienstmöglichkeiten, die wir haben, aus der Tradition
entwickelt haben und neu beleben wollen, vorzubereiten, durchzuführen
und nachzubereiten. |
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Musik
9
Großer
Gott, wir loben dich
auf: CD Ein neues Lied -
Lieder aus dem Evangelischen Gesangbuch
Imatel Mediengesellschaft / Gesangbuchverlag Stuttgart
ohne Industrie-Nr. und LC |
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Schon
lange ein sehr populäres Lied in den reformatorischen
Kirchen. Aber es kommt dort nicht her, und vielleicht
deshalb wurde es stets ein wenig anders gesungen.
Geschrieben hat es vor mehr als 200 Jahren der polnische
Priester Ignaz Franz. Für das gemeinsame Singen gab es in
beiden Kommissionen der Kirchen eine einfache Regel, die
jedenfalls grundsätzlich galt. Die Tradition aus der ein
Lied, ein Gesang kommt, die setzt die Maßstäbe. Das gilt
auch für "Großer Gott, wir loben dich". Und
damit dieses Prinzip auch durchgehalten werden kann, haben
sich die Kommissionen gegenseitig zur Mitarbeit
eingeladen. Wie wurde das möglich.? Walter Wiesli: |
O-Ton
14 (Interview mit Pater Dr. Walter Wiesli in Immensee)
Auf jeden Fall hat die Bischofskonferenz von Anfang an,
das ist auch ein Agendum gewesen in unserem Pflichtenheft,
die Ökumene hat Vorrang. Seit Jahren arbeiten wir mit -
Katholische Schweiz - in der AÖL, der Arbeitsgemeinschaft
für das ökumenische Lied, also ein Vertreter der
katholischen Schweiz, ein Vertreter der reformierten
Schweiz. Und auch dort haben schon starke Kontakte sind
dort entstanden. Und alle diese Umstände haben dann dazu
geführt, dass wir selber von den Kommissionen her, also
das war kein Auftrag der Kirchen, dazu gekommen sind, wir
haben gesagt, wir setzen uns gegenseitig einmal in die
Kommission herein, damit wir orientiert sind, und daraus
ist dann sehr bald einmal mehr entstanden. |
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