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Die
Zusammenarbeit wurde so eng, dass mittlerweile bis in die
Einzelheiten vieles gemeinsam gemacht wird. Aus Kostengründen
wurden die gleichen Schrifttypen gewählt. Es werden gemeinsam
Werkhefte und Orgelhandbücher herausgebracht. Zwei CDs mit
wichtigen Liedern werden gemeinsam produziert. Die Öffentlichkeitsarbeit
wird gemeinsam gemacht, mittlerweile auch, um deutlich zu machen, dass
beide Bücher eng miteinander verschwistert sind.
Aber
ganz so reibungslos lief die Kooperation nicht immer. Die Fachkommission
der Reformierten zum Beispiel musste ihre Vorschläge einer
Kommission aus Delegierten der Landeskirchen vorlegen. Und die
hatte zuweilen ihren eigenen Willen, weiß das Mitglied der
Fachkommission Andreas Marti zu berichten. |
O-Ton
15 (Interview mit Prof. Dr. Andreas Marti in Bern)
Ein wichtiger Punkt waren die ökumenischen Text- und
Melodiefassungen. Da war vorher festgelegt worden, die sollten
Priorität haben. Die kleine Kommission hat das, soweit sie das
vereinbaren konnte mit ihrem musikalischen oder sprachlichen oder
theologischen Gewissen, auch nachvollzogen. Dann ist aber von
Seiten der großen Kommission in recht vielen Fällen ins Spiel
gebracht worden das Kriterium der sog. Vertrautheit. Ich habe
dagegen immer sehr heftig gefochten. Aber das hat nichts geholfen.
Man wollte den Leute nicht zu viele Änderungen zumuten und hat
aus diesem Grunde in recht vielen Fällen dann auf unseren 52er
Fassungen beharrt und ökumenische Fassungen rausgeworfen wieder.
Es ist bei einigen Liedern ein paar Mal hin- und hergegangen, und
manchmal dann doch mit Rücksicht auf die katholischen Nachbarn,
hat die ökumenische Fassung dann Platz gefunden im Gesangbuch.
Aber nicht durchgehend! |
Immerhin,
das meiste konnte sich durchsetzen. Die viel größere Herausforderung
liegt freilich darin, das Gesangbuch bzw. die Gesangbücher in den
Gemeinden durchzusetzen. Damit das gelingt, ist eine engere Zusammenarbeit
von Pfarrern und Musikern notwendig. Werner Hahne beschreibt das Problem
aus der Perspektive eines katholischen Liturgiewissenschaftlers:
O-Ton
16 (Interview mit PD Dr.Werner Hahne in Bergisch Gladbach)
Es ist für uns ein großes Anliegen, dass von vornherein bei der
Vorbereitung, bei der Durchführung und bei der Nacharbeit das
Zusammenspiel der Kräfte, vor allem eben auch das Zusammenspiel
mit den Kirchenmusikern gelingt, weil eine Liturgie nach dem
zweiten Vaticanum ohne Musik praktisch nicht denkbar ist, und also
Musik nicht eine Verschönerung, eine Verzierung des
Gottesdienstes ist, sondern ein wesentlicher Bestandteil. Und
deswegen ist es auch so wichtig, dass in diesem Gesangbuch alle
musikalischen Formen, die wir in der Tradition haben, zu finden
sind, also nicht nur Lieder, sondern vor allem auch Psalmen, die
in verschiedener Weise realisiert werden können. Dazu gehört zum
Beispiel der Psalmengesang mit Leitvers. Es gibt sehr viele
Leitverse, so dass die Gemeinde, die keine Psalmen als ganzes
singen kann, wenigstens den Leitvers singen kann. |
Aber
wie lernt sie ihn, oder etwa einen der vielen liturgischen Gesänge in
beiden Gesangbüchern? Wie vermittelt man der Gemeinde ein Lied, das zwar
im Gesangbuch steht, aber ein bisschen anders als die Gemeinde es bisher
kannte. Oder ein Lied, das nicht für die Orgel geschrieben wurde, eher für
eine kleine Band. Oder einen Kanon. Das übliche Anspielen der Melodie auf
der Orgel ist noch nie eine optimale Lösung der Melodievermittlung
gewesen. Hier geht sie aber endgültig ins Leere. Die Kantorin der
Reformierten Züricher Matthäusgemeinde Beatrice Trüten hat eine
einfache Lösung. Sie macht es so:
O-Ton
17 (Interview mit Kantorin Beatrice Trüten in der Zürcher
Matthäuskirche)
Ich habe festgestellt, dass ich das vor den Leuten präsentieren muss. Ich habe schon verschiedene Sachen ausprobiert. Bei uns ist
die Orgel auf der Empore, und ich habe quasi von der Empore
runtergesungen. Aber das eignet sich nicht sehr gut. Ich denke,
der Blickkontakt ist sehr wichtig. Und solche Lieder könnte ich
mit durchaus vorstellen, dass man vielleicht mal eins, zwei mit
der Gitarre begleitet. Wichtig ist auch der Blickkontakt und die
Nähe zu den Gemeinde. |
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Musik
10
Erd
und Himmel sollen singen
auf: CD Halleluja -
Lieder aus dem Evangelischen Gesangbuch
Imatel Mediengesellschaft / Gesangbuchverlag Stuttgart
ohne Industrie-Nr., LC3078 |
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