|
|
 |
|
|

|
|
|
Für Inhalte
und Verlässlichkeit von externen Webseiten übernehme ich keine
Verantwortung! |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
|
Zu
Besuch beim
Hamburger Musiksammler Norbert Noritz:
Schellack-Fans,
gesungene Kleinkunst aus den 20er Jahren
und ein eigenes Label
|
|
|
©
für das Manuskript bei Heinz-Peter Katlewski, 2003.
Hyperlinks
sollten aktuell sein. Bei fehlerhaften oder toten
URLs bitte ich um ein kurzes E-Mail mit Hinweis auf die
entsprechende Seite und den Link. Danke. |
|
|
|
für
Deutschlandfunk - Musikszene
Sonntag, 27. April 2003, 15:05 - 15:55 Uhr |
| Teil
2 (von 5) |

|
 |
|
|
|
Musik
2 a
Adieu,
mein kleiner Gardeoffizier,
auf: Richard Tauber “Schlager-, Film- und
Opertettenmelodien -
Ich küsse Ihre Hand Madame“
Edition Berliner Musenkinder, Industrie-Nr. 4 012772
014136, LC 8681
(( nach
ca. 1:28 absenken und den folgenden O-Ton unterlegen,
danach wieder hochziehen!! )) |
|
|
|
O-Ton
5
(Norbert Noritz)
Und dann bin ich auf dem Weg von der Arbeit mit dem Auto nach
Hause gefahren, hatte 'nen stressigen Tag, hab’s Radio
angestellt und da war so eine – ja, wie sagt man
Wunschkonzert-Sendung – wo, wo man für seine Lieben zu Hause 'n
schönes Musikstück sich wünschen kann. Und da hat ein junges Mädchen
ein Lied von Richard Tauber sich gewünscht. Und wie ich
diese Stimme hörte bin ich rechts rangefahren, habe den Motor
abgestellt und gesagt, was, was ist das denn für ne
wahnsinnstolle Stimme. Wie ich zu Hause war, meine Eltern
angerufen, sag mal, Richard Tauber, sagt der euch was? Beide
fingen gleich an, in den höchsten Tönen zu schwärmen: Das war
doch unser Idol. Der Richard Tauber war doch der Größte überhaupt
bis 1933. Nachher durfte er ja nicht mehr singen, weil er jüdischer
Abstammung war. Und dann bin ich am nächsten Tag schon wirklich
durch Hamburgs Antiquariate und Musikantiquariate durch
und habe Schellackplatten gesucht und bin dann auch hier
und da fündig geworden, und nun musste ja auch ein Grammophon
her. Das habe ich dann, glaube ich, ne Woche später gekauft, und
so ist eigentlich der Spleen, sag ich mal, angefangen – oder das
Hobby. |
| |
|
((Musik
wieder hochziehen))
Musik
2 b
Adieu,
mein kleiner Gardeoffizier,
auf: Richard Tauber “Schlager-, Film- und Opertettenmelodien -
Ich küsse Ihre Hand Madame“
Edition Berliner Musenkinder, Industrie-Nr. 4 012772 014136, LC
8681
((ausspielen)) |
|
|
O-Ton
6 (Norbert Noritz)
Ich war bis heute nie in der Oper, weil ich eigentlich – ich bin
Jahrgang 46 – eigentlich bin ich so ein Rock'n'roll-Kind
gewesen. Ich habe eigentlich immer so gern Rock'n'roll gehört und
deutsche Schlager, aber was Flottes. Nun bin ich aber durch diesen
Richard Tauber dann reingerutscht so ein bisschen in diese
Opernsparte. Ich habe dann irgendwann Joseph Schmidt gehört und
gesagt „Ach Gott, super, auch toll“. Mario Lanza, Jussie
Björling, der große schwedische Tenor. Irgendwann hatte ich
dann über 100 Sänger und Sängerinnen in meinem Regal, und –
wie gesagt – war eigentlich nie Opernfan. Dann kam das so, dass
ich dann auch mal Kabarett/Kleinkunst-Platten in die Hände
bekommen habe. Und denn ging das los mit diesen pfiffigen und
witzigen Texten. Das hat mich irgendwo dann noch mehr begeistert,
so dass ich dann meine Riesen-Richard-Tauber-Sammlung, die ich
hatte vor drei Jahren ans Jüdische Museum nach Berlin gegeben
hab, weil dieser Schwerpunkt Kabarett/Kleinkunst mich dann immer
noch mehr begeistert hat. Und so habe ich dann Tauber weggeben und
die anderen Opernsänger in meinem kleinen Laden verkauft. Ja, und
heute, allen voran bin ich ein Cabaret/Kleinkunst-Fan. Und das
bringt so viel Freude, weil das gibt’s heute gar nicht mehr –
diese Text – ja, traumhaft. |
|
|
|
|
Musik
3
Wenn
ich Richard Tauber wär,
auf: Willy Rosen „Text und Musik von mir!“
Musant 001/ 1997, keine Industrie-Nr., keinen LC
|
|
1929
spottete der Kabarettist und Komponist Willy Rosen auf
Schellack über die Begeisterung der Frauen für den Tenor Richard
Tauber. Tauber hatte zuerst Engagements an der Dresdner, Berliner
und der Wiener Oper und galt dort vor allem als Mozart-Interpret.
Ein umjubelter Star wurde er allerdings erst nach seinem Wechsel
ins Operettenfach. Der Nationalsozialismus machte jedoch auch vor
ihm nicht halt. 1938 konnte er sich durch seine Auswanderung nach
London vor den Hitler-Schergen retten. Der Spötter Willy Rosen
dagegen schaffte es nur bis in die Niederlande und wurde dort nach
dem Einmarsch der Nazis gefangen genommen und schließlich 1944 in
Auschwitz ermordet.
Als
Norbert Noritz Willy Rosen in seinen Ankäufen entdeckt hatte,
wollte er diesen vergessenen Kabarettisten einer größeren
Öffentlichkeit bekannt machen, vor allem aber auch Sammlern, die
sich für die Kleinkunstszene der zwanziger und dreißiger Jahre
interessieren, aber nicht soweit gehen würden, für seltene
Aufnahmen auch einmal dreistellige Summen auf den Tisch zu legen.
Es wurde der Auftakt für sein eigenes kleines Label für historische
Aufnahmen: Musik Antik Records:
|
|
| Teil
2 (von 5) |

|
 |
|
|
|
|
|
|