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Von
Claire Waldoff gibt es aus den 50er Jahren eine
Schellackplatte, die kaum die Größe einer CD hat. Sie
hat ihrem Buch „Aus meinen Erinnerungen“ beigelegen
und enthält eine persönliche Ansprache an ihre Leser: |
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O-Ton 21 (Claire Waldoff:
Aus meinen Erinnerungen)
Hallo, hallo, hier spricht Claire Waldoff. Ich
grüße euch, meine lieben Freunde, die das Buch meiner
Erinnerungen lesen. Bei manchen Kapiteln werdet ihr
schmunzeln und sagen, ja, die Waldoff, das war ne dolle
Nummer. Ihr habt ganz recht. Aber schön war se doch. Wenn
uns das Leben jetzt auch manchmal hart am Kragen packt,
dann denkt an meinen fröhlichen Trinkspruch: Leichter
Umtrunk. Wir wollen nicht weich werden. Noch hängt die
Hose nicht am Kronleuchter. Und: Weeßte noch? Hermann
heeßt er, Hermann heeßt er, Hermann heeßt er.
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Während
der Ruhm von Claire Waldoff noch immer nicht verblasst ist, ist
von Fritzi Frou wenig bekannt. Diese Verse wurden 1928
veröffentlicht – also fast am Ende der Goldenen Zwanziger
Jahre.
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Musik
9
Fritzi
Frou: H eut’
war ich bei der Frieda,
auf: Soubretten und Chansonetten,
Musant 004/ 1998, keine Industrie-Nr., keinen LC |
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Informationen
über jene Künstler zu finden, deren Ruhm nicht reichte, um in zeitgenössische
Lexika aufgenommen zu werden, erfordern detektivischen Einsatz: Recherche
in Bibliotheken, Zeitungsarchiven und in den persönlichen Unterlagen von
Nachkommen. Für ein kleines Label, das nicht mit großen Gewinn rechnen
kann, sind da die Grenzen schnell erreicht. Es gibt nur ein Kriterium dafür,
ob eine Kleinkunst-Schellackplatte aufgenommen wird in einen Sampler zu
einem beliebigen Thema: Es muss originell sein, es muss überzeugen. Außerdem
muss die erste Veröffentlichung auf einem Tonträger mindestens fünfzig
Jahre zurückliegen. Das, was für das Sammeln gilt, das gilt auch für
die Veröffentlichung. Christian Gottschalk, Stammkunde im
Musik-Antik-Laden sieht es so:
O-Ton
22 (Christian Gottschalck)
Heute interessiert uns daran, was damals innovativ und neu war:
aufkommender Jazz, Schlager, Kabarett und Kleinkunst, was damals
aktuell war. Der Massengeschmack geht aber durchaus in Richtung
Volkslieder, Salonmusik, Donauwalzer, die Dinge, die es zu jeder
Zeit, die es immer gab, also jedenfalls schon lange vor der
Schellackplatte. Insofern ist das Verhältnis dessen, was für uns
heute interessant ist, wenn man einen Stapel mit Schellackplatten
findet, in der Regel ein bisschen unerfreulich – wenn nicht mit
einem dezidierten Geschmack gesammelt wurde damals. Es gab
natürlich auch damals Leute, die immer die neuesten Swingplatten
gekauft haben. Das macht natürlich Spaß. Aber wenn man Opas
Grammophon findet und Opa hat einfach Musik haben wollen zum
Spielen, dann sind da auch Dinge dabei, die uns heute nicht mehr
so wahnsinnig interessieren. |
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Was
einen stilbewussten Schellacksammler umso mehr interessiert, ist
das richtige Grammophon. Schellackplatten laufen mit 78
Umdrehungen. Man kann sie zwar auch auf einen herkömmlichen
Schallplattenspieler legen, sofern er für diese Geschwindigkeit
gerüstet ist und über einen Schellack-tauglichen Saphir verfügt.
Aber wer einmal damit angefangen hat, Schellackplatten zu sammeln,
der wird sich auch ein Grammophon zulegen wollen. Dabei gilt es,
auch auf kleine Details zu achten: Die Nadel nämlich muss nämlich
nach jeder Abspielung gewechselt werden. |
O-Ton
23 (Norbert Noritz)
Also nicht, dass da jemand kommt und sich beklagt, die Nadel erst
'n Vierteljahr drin, und nun hört sich das alles so komisch an,
habe ich ja gehabt, der kam mit 'ner Nadel hier rein, die war von
beiden Seiten gleich stumpf Und der hat nicht ein Vierteljahr, der
hat ein Jahr gesagt. Die habe ich noch mal ein Jahr, und das hört
sich an. |
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Es
gibt oder gab allerdings auch Nadeln, die man häufiger nutzen
konnte. Die waren dann aus gehärtetem Stahl. Aber die Sammler
hier am Samstag Morgen im Musik-Antik-Laden ziehen alle die
Einweg-Nadeln vor. Die gibt’s allerdings nur im Szene-Fachhandel
der Schellack-Fans. Und Nachschub ist in Deutschland schwer zu
bekommen.
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O-Ton 24
(Norbert Noritz)
Das sind alles alte Bestände, aber es gibt seit Jahren keine
leisen Nadeln mehr. Die waren weg vom Markt, einfach weg. Und dann
habe ich einen alten Herrn kennen gelernt aus Schwabach. Und in
Schwabach waren damals alle Nadelfabriken. So, diesen Herrn habe
ich gefragt, es gibt doch noch einen Hersteller. Ja, aber die
stellen heute Nadeln her für die Industrie. Und da hat er gefragt
und da haben die gesagt, ja, 50 000 Stück würden sie es herstellen
für mich. Und der Preis war okay. Dann habe ich 50000 Stück
herstellen lassen. Habe dann auch noch das Glück gehabt, so
schöne Plastikschachteln, auch original aus der Zeit zu bekommen,
habe ich dann auch noch mal 400 Stück bekommen. Und so packe ich
die jetzt ab mit 250 Stück. Und die Sammler sind froh, dass
wieder leise Nadeln da sind, dass ich jetzt noch mal 50 000 hab
machen lassen.
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Musik
10
Die
zerbrochene Schallplatte,
auf: Siegfried Arno „Ich bin so scharf auf Erika“
Musant 005/ 1997, keine Industrie-Nr., keinen LC
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Die
zerbrochene Schallplatte von Siegfried Arno aus dem Jahre 1930.
Das
war für heute die Musikszene, dieses Mal aus Hamburg. Wenn Sie
Kontakt aufnehmen möchten mit den Sammlern um Musik Antik am
Weidenstieg oder sich für ihre CD’s interessieren, sie finden
die Adresse im Internet:
www.musik-antik-records.de
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Ich
wünsche Ihnen noch einen schönen Sonntag.
Am
Mikrofon verabschiedet sich Heinz-Peter Katlewski.
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Musik
11
Wilhelm
Tell,
auf: Paul O’Montis „Ich bin verrückt nach Hilde“
Musant 002/ 1997, keine Industrie-Nr., keinen LC
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