Trotz
Tonbandarbeiten, Tonbänder oder Tonbandgeräte, wie sie vor Jahren noch üblich
waren, wird man hier in den Studioräumen vergeblich suchen. Gehalten hat
sich nur der Begriff. Neben Keyboards, Effektgeräten und anderen
Maschinen zur Klangerzeugung und Klangbearbeitung, gibt es hier zehn PCs -
Personal Computer, und die sind untereinander vernetzt. Als
wissenschaftliche Hilfskraft betreut Benjamin Schmidt-Rhaesa diesen
Computerpark.
O-Ton
3 (Benjamin Schmidt-Rhaesa, Osnabrück)
Wir haben innerhalb des Fachbereichs Musik ein Netzwerk mit allen
Computern aufgebaut. Diese Rechner stehen alle in Verbindung
untereinander. Und so ein Netzwerk muss einen Namen kriegen. Das heißt
nun Musik ganz einfach. Aber jeder Computer, der da aktiv ist, bekommt
auch einen Namen. Und wie man sieht, hier stehen Barabara, Trilock,
Duke, Karla und Lil. Das sind alles die Namen von Jazzmusikern. Also Baraba
Dennerlein, Duke Ellington, Satchmo ist drüben, Louis Armstrong
und so, Matthew Parker haben wir, Lionel, Lionel Hampton.
Und solche Sachen. |
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Für
Popmusiker und für Musiker, die experimentelle elektronische Musik machen, ist
das zwar nichts Neues, aber Laien staunen immer wieder. Selbst die Keyboards
hier, die mit ihren schwarzen und weißen Tasten aussehen wie ein handliches
Klavier, sind mit den guten alten akustischen Musikinstrumenten nicht mehr
verwandt. Denn was sie an Klängen produzieren, entspricht nicht notwendig auf-
und absteigenden Tonschritten. Ein Keyboard ist ein MIDI-Instrument. Es löst
zunächst nichts anderes aus als Programmbefehle, nämlich die Befehle,
die den einzelnen Tasten zugeschrieben wurden:
O-Ton
4
(Benjamin Schmidt-Rhaesa, Osnabrück)
MIDI ist eine Abkürzung, die steht für Musical Instruments
Digital Interface. Das ist ne Standardisierung, die wurde 1981
standardisiert. Das ist eine Standardisierung zur Datenübertragung
zwischen verschiedenen Synthesizergeräten. Ich gebe dafür am besten
mal ein einfaches Beispiel. Wir haben hier den Fall, dass wir ein Keyboard haben, eine Tastatur, auf der wir wie auf dem
Klavier spielen können. Und wir haben einen Klangerzeuger, das ist die
Soundkarte in diesem Fall. Und es muss irgendwie standardisiert sein,
dass die Soundkarte die Daten versteht, die das Keyboard losschickt. Und
diese Standardisierung wird über MIDI geregelt. Damit lassen sich
mehrere Klangerzeuger hintereinander koppeln und mit mehreren Tastaturen
steuern. Es ist eine Standardisierung zur Datenübertragung von
Musiksynthesizern. |
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An
der Osnabrücker Universität hat die Beschäftigung mit elektronischen
Medien der Klangerzeugung Tradition. Schon in den Zeiten, als im Schloss
statt der Universität noch eine Pädagogische Hochschule ihren Sitz
hatte, sollten die künftigen Lehrerinnen und Lehrer mit den frühen
Formen der elektronischen Musik vertraut gemacht werden. Dazu wurden
damals Tonbandgeräte angeschafft und analoge Synthesizer.
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