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Die Forschungsstelle für Musik- und Medientechnologie.
Eine musikwissenschaftlich und musikpädagogisch orientierte Einrichtung an der Universität Osnabrück

© für das Manuskript bei Heinz-Peter Katlewski, 2000. 


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für Deutschlandfunk "Musikszene"
Sonntag, 30. April 2000, 15:05 - 15:58 Uhr

Teil 4 (von 15)

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Audio 4


Take 6 (Prof. Dr. Bernd Enders, Osnabrück)
1981 kam ich dann hier an die Universität Osnabrück und habe dann den Bereich ausgeweitet, und zwar ausgeweitet in die Bereiche der Popularmusik hinein, weil ich festgestellt habe, dass gerade die aktuelle Popmusik der achtziger Jahre – und das ist ja heute noch viel stärker so – ungemein stark von elektronischen Instrumenten, von Studiotechniken, von Soundprozessoren, von Effektgeräten geprägt wird, sogar so weit, dass es nicht nur um den Sound geht, sondern auch der Stil eines Stückes, der Stil einer Musikform oder auch die Struktur von Popmusikstücken wird durch elektronische Klangerzeuger, durch Sequenzer und heute durch Sampler und Hard-Disc-Recording-Systeme geprägt. Beispielweise die analogen Sequenzer der ersten Jahre, die so Ende der sechziger/ Anfang der siebziger Jahre konstruiert wurden, konnten nur 8 Töne wiedergeben, konnten nur 8 Töne speichern. Und plötzlich waren die Musikformen, die mit Sequenzer entstanden, etwa von Tangerine Dream oder von Jean-Michel Jarre, die basierten plötzlich auf diesen 8-Ton-Sequenzen. D.h. es gab überhaupt keine längeren Melodien oder Bassfolgen, die mehr Töne hatten als acht. D.h. ganz stark bestimmte hier eine technische Grenze die Musikform. Und das war ein Grund, warum ich noch stärker über die Wechselwirkung von Musik und Technik habe angefangen nachzudenken. Und habe auch festgestellt, dass diese Wechselwirkung von Musik und Technik eigentlich immer schon sehr stark bestanden hat, auch wenn viele Musiker, Fachleute, und Laien auch, Musik und Technik, das wäre so eine Art Gegensatz, der miteinander nicht so schrecklich viel zu tun hätte. Ich nehme mal ein historisches Beispiel: Die wohltemperierte Stimmung, die wir heute als Tonsystem für alles, praktisch für alle Instrumente heranziehen, für alle Tasteninstrumente heranziehen, ist entstanden auf Grund der Konstruktion eines Tasteninstruments. Man musste die Tastatur begrenzen und konnte die physikalisch korrekte Stimmung nicht direkt auf dem Tasteninstrument durchhalten. Also ist das Tasteninstrument, die Konstruktion von Spinett, Cembalo und Klavier letzten Ende der Grund dafür, dass wir heute eine wohltemperierte Stimmung haben – 12.Wurzel aus 2 - , die eigentlich kein Intervall mehr außer der Oktave in reiner Form bringt. Hier sieht man also ganz deutlich, wie stark technische Entwicklungen auf musikalische Systeme durchschlagen.

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