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© für das Manuskript bei Heinz-Peter Katlewski, 2000 


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für Deutschlandfunk "Musikszene"
Sonntag, 30. April 2000, 15:05 - 15:58 Uhr

Teil 12 (von 15)

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Aber zuweilen kann die Zusammenarbeit von Computer und Instrument auch eine Idee des Komponisten erst ermöglichen. Ein Beispiel dafür ist die Etüde für Klavier des ungarischen Komponisten György Ligiti: Désordre, Unorndung. Ein zweifellos gewöhnungsbedürftiges Stück, das in dieser Form wohl noch nie m Rundfunk zu hören war. Es erklingt in dem Tempo, das der Komponist dafür vorgesehen hatte – mit Hilfe des Computers.

Atmo 8 (Kinzler: Ligiti, 1er Étude ‚Désordre)   
Computer auf Flügel
((zügig ausblenden))
 
O-Ton 16 (Prof. Dr. Hartmuth Kinzler, Osnabrück)
Ligeti hatte ja Mitte der achtziger Jahre wieder mal eine Phase gehabt, wo er überlegt hat, das er in ganz neue kompositorische Bereiche einsteigt. In dieser Zeit traf u.a. Ligeti die Bekanntschaft mit Conlon Nancorrows, einem berühmten mexikanischen Komponisten, der dann die meiste Zeit seines Lebens nur für selbstspielende Klaviere geschrieben hat, und dort also mit den Lochstreifen gearbeitet, also so gestanzt alles Tatsache ist aber, dass sich Ligeti von diesen Dingen hat anregen lassen und hat nun Klavieretüden komponiert, die eigentlich, wie soll ich sagen, auf den Klangmöglichkeiten basieren, die solche selbstspielenden Klaviere haben. Nur er wollte sie gespielt haben von richtigen Leuten. Ligeti ist ja ein Komponist, der im Hinblick auf die Spielbarkeitsgrenzen sehr gnadenlos ist. Der geht also immer sehr hoch ran und hat da ein Tempo vorgeschlagen, die derzeit kein einziger Pianist spielen kann. Die meisten spielen es langsamer, und ich habe mir damals gedacht, ich stell diese Sache her. Ich hab‘ das Stück selber in der Art und Weise hergestellt, wie ich es Ihnen vorhin an Hand der Invention gezeigt habe. Ich habe zunächst mal von Hand und Kopf eine Analyse des Stückes hergestellt, und bin dann zu den erstaunlichen Feststellungen gekommen, dass Ligeti hier, das Konzept der Selbstähnlichkeit von fraktalen Gebilden eingebaut hat, und diese Eigenschaft ausnutzend, konnte man von ganz kleinen Zellen ausgehend, dieses Stück herstellen, ohne eigentlich selbst was einzugeben.

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