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WEb DELivering of MUSIC Scores
Ein europäisches Forschungsprojekt über Wasserzeichen in der Musik, Urheberrechte und Musikvermarktung online: WEDELMUSIC

© für das Manuskript bei Heinz-Peter Katlewski, 2001. 


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für NDR 3 "Musikforum"
Dienstag, 27. November 2001, 14:05 - 16:00 Uhr

O-Ton 1 (Martin Schmucker, Fraunhofer Institut Darmstadt)              
Jeder Musiker weiß eigentlich, wie häufig das vorkommt, dass jemand privat oder für irgendwelche Aufführungen Musiknoten kopiert. Ich denke , die Anzahl der Kopien, die im Umlauf sind ist deutlich höher wie die Anzahl der Originale.

Martin Schmucker ist selbst kein Musiker. Er ist Informatiker und arbeitet am Darmstädter Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung. Er und einige seiner Kollegen nehmen Teil an einem von der Europäischen Kommission geförderten internationalen Forschungsprojekt mit dem etwas irreführenden Namen „Wedelmusic“. Es ist eine Abkürzung und steht für WEbDELivering of MUSIC scores – also die Auslieferung von Musikpartituren über das Internet: digitale Notensätze, die Menschen lesen und spielen können und digitale Klangsätze aus Nullen und Einsen, die nur CD-Player identifizieren und in Musik umsetzen können. Ihre Aufgabe ist es, dafür eine Art Wasserzeichen zu entwickeln. Musik und Noten sollen künftig mit einem Copyright-Vermerk versehen sein:

O-Ton 2 (Michael Arnold, Fraunhofer Institut Darmstadt)              
Sie können das sehen in Analogie zu ner Banknote, wo man das schon kennt. Es ist die Einbettung einer zusätzlichen Markierung, die untrennbar mit dem eigentlichen Datensatz verbunden ist. Bei Musikstück ist es so vorzustellen, dass sie natürlich diese Musik nicht hören sollen. Das heißt, sie muss so eingebracht sein, dass das markierte Musikstück vom Original nicht zu unterscheiden ist. Und sie sollte nur von berechtigten Personen gelesen werden können. Das heißt, sie müssen sowohl bei dem Einbringen eines solchen Wasserzeichens als auch bei der Detektion ein Geheimnis verwenden, dass Sie sozusagen als Urheber identifiziert

Auch Michael Arnold ist Mitarbeiter beim Fraunhofer Institut im südhessischen Darmstadt.

Mit digitalen Markierungen auf Bildern gibt es bereits seit längerem Erfahrungen. Hier hat man sich nun daran gewagt, Klangdateien so zu kennzeichnen, dass das Wasserzeichen im Klang aufgehoben ist, und trotzdem – jedenfalls solange die Musik nicht auf ein analoges Medium: ein Tonband oder eine Musikkassette überspielt wird – jederzeit präzise zu identifizieren ist. Ein kurzes Beispiel aus dem Frühlings-Allegro von Vivaldis Vier Jahreszeiten. So klingt das unmarkierte Original:

Atmo 1 (Original – Demonstration)

Jetzt das gleiche Stück noch einmal, nur mit einem musikalischen Wasserzeichen versehen :

Atmo 2 (Original plus Wasserzeichen – Demonstration)

Den Unterschied festzustellen, dürfte nicht leicht sein. Aber es gibt ihn. Das Wasserzeichen ist hörbar, jedenfalls wenn man es mit dem entsprechenden Schlüssel isoliert. Der folgende Klang wurde allerdings erheblich verstärkt, damit er über das Radio überhaupt wahrzunehmen ist. Er begleitet die Originalmelodie in Frequenzbereichen, die bei der Umwandlung in eine Internet-typische MP3-Datei nicht weggeschnitten werden:

Atmo 3 (Nur Wasserzeichen – Demonstration)

 

O-Ton 3  (Michael Arnold, Fraunhofer Institut Darmstadt)              
Es sind Signale, die hinzugefügt werden. Das sollte natürlich nicht hörbar sein, ansonsten würde es der Benutzer natürlich nicht akzeptieren, weil eben das Originalsignal verfälscht werde. Und zum Zweiten hätte das natürlich zur Folge, dass sie damit implizit eine Lokalisierung des Signals in den Originaldaten hätten. Und damit könnten sie ja auch wieder entfernt werden. Der eigentliche Sinn dabei ist ja, eine Markierung einzubringen, die untrennbar mit den Daten verbunden ist und die dann zum Beispiel dazu dienen kann, ein Urheberrecht nachzuweisen oder das Stück an sich zu identifizieren. Es gibt vielfältige Anwendungen. Im Rahmen von Wedelmusic ist es dafür gedacht, den Dienste-Anbieter, den Publisher, den Musikverlag zu identifizieren und auch den sogenannten Local Distributor, das heißt den lokalen Verteiler, wie zum Beispiel eine Bibliothek, dessen Identität als zweites Wasserzeichen eingebracht wird.

Bis zu drei Wasserzeichen kann man nach dem bisherigen Stand der Forschung verstecken, ohne dass ein Musikhörer das merken würde – jedenfalls bei komplex instrumentierten Musikstücken. Bei Aufnahmen mit Soloinstrumenten kann es dann allerdings Probleme geben.

In der schönen neuen Internetwelt, sollen Musikliebhaber nicht nur Musik herunterladen können, sondern auch Informationen dazu und sogar die Noten. Da Notensatz auch heute noch sehr aufwendig ist, soll vor allem das Fotokopieren von Noten zum Risiko werden. Die heruntergeladenen Partituren sollen individuell mit feinen Unterschieden in den Notenabständen so gesetzt werden, dass auch beim wiederholten Fotokopieren die Signatur nicht verloren geht und Piraterie offenbar werden kann. Diese Veränderungen werden für ein geübtes Auge zwar sichtbar sein, sollen aber nicht stören. Die präzise Identifikation des Wasserzeichens soll auch hier nur den Kennern möglich sein.

O-Ton 4 (Martin Schmucker, Fraunhofer Institut Darmstadt)              
Die Suche nach einem Wasserzeichen entspricht der Suche nach einer Stecknadel im Heuhaufen, nur dass die Stecknadel in viele kleine Späne verteilt wurde,  und sich quer über den Heuhaufen erstreckt.

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