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O-Ton
15 (Dr.Peter Bubmann, Münster-Sarmsheim)
Da kann man natürlich entgegnen, dass uns McKinsey, dem Dekanat
München empfiehlt, mehr Eigenprofil zu entwickeln. Und ich würde
mich dem anschließen und sagen, dass eine reine Verdoppelung
massenkultureller Phänomene mit einem leichten religiösen Touch
nicht die Lösung unserer Probleme bietet. Vielmehr müssen wir
eigenes Profil entwickeln. Und das kann heißen, dass wir gerade
Gegenspiele, Grenzgänge ermöglichen in einer ansonsten ziemlich
total durch die Massenkultur verwalteten und geprägten
Gesellschaft. Auf der Grenze leben als kulturell interessierte
Theologin oder Theologe heißt eben beides wahrzunehmen: die
gegenwärtige Kultur wirklich auch auf mich wirken zu lassen, also
sie nicht nur als Missionsfeld, wie es die Evangelikalen tun, zu
verstehen, sondern den eigenen Glauben in seinen Ausprägungen
durchaus auch prägen zu lassen von der gegenwärtigen Kulturform.
Auf der anderen Seite, den Anschluss bewusst zu suchen an frühere
Traditionen, das nicht vorschnell aufzugeben, weil Traditionen,
vor allem spirituelle Traditionen sind nicht aus dem Boden zu
stampfen. |
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((bei
1:18 unterlegen, ab 1:22 oben))
Musik
11
Lobe
den Herren, den mächtigen König der Ehren,
auf: Liederfest anlässlich der Einführung des neuen
Evangelischen Gesangbuchs -
Live-Mitschnitt aus der GRUGA-Halle Essen
FFFZ 4 027619001965, ohne LC |
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((mit dem Ausklang der Musik davor unmerklich
verblenden))
Musik
12
Nun freut euch, lieben Christen gemein,
auf: "Ein feste Burg ist unser Gott" -
Matthias Eisenberg improvisiert über Choräle von Martin Luther
ram 59131, LC 7219
((in den O-Ton langsam rausziehen))
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O-Ton 16 (KMDir Wolfgang
Teichmann, Hannover)
Kirche ohne Musik? Undenkbar. Kirche, die einen hohen Sprachanteil
hat, erreicht niemand mehr. Das Medium Musik ist ein ganz, ganz
zentrales Medium, und das brauchen wir einfach. Deswegen halte ich
Kirchenmusik fast für wichtiger als eine stark an der
Wortverkündigung ausgerichtete Kirche. Das muss gut
zusammenkommen, und die Möglichkeiten der Verzahnung müssen noch
viel stärker in Blick genommen werden, also Musik und Text in
Verbindung. Oder Musik als Unterlegung von Text. Oder Musik als
Unterbrechung von Text in einem guten Verhältnis zueinander. Und
da hat die Popularmusik für mich große Qualitäten in ihrer
Vielschichtigkeit, Vielseitigkeit vom Meditativen bis hin zum
Ekstatischen, vom Zuhören zum Mitmachen. Alle Varianten sind
möglich. Und ich weiß einfach, dass viele Menschen in dieser
Klangwelt, die die Musik mittransportiert, auch zu Hause sind
über das tägliche Radiohören. |
Wolfgang
Teichmann ist Kirchenmusiker. Er leitet die Arbeitsstelle Gottesdienst und
Kirchenmusik der Evangelisch-lutherischen Kirche in Hannover. Anders als
sein Kieler Kollege, setzt er in seiner Arbeit einen starken Akzent
darauf, auch den populären Musikstilen den Einzug in den Kirchenraum zu
ermöglichen und dazu beizutragen, dass die Musiker im Umgang damit ein
achtbares Niveau entwickeln, eines, dass auch dem jeweiligen musikalischen
Genre gerecht wird.
O-Ton
17 (KMDir Wolfgang Teichmann, Hannover)
Es gibt in dem Sinne keine in sich schon legitimierte
Kirchenmusik. Es gibt Musik in der Kirche, und Musik ist erst mal
völlig neutral. Wenn ich einen Dreiklang spiele, kann ich nicht
erkennen, ob das eine Kirchenmusik ist oder eine weltliche Musik.
Das geht einfach nicht, sondern sie wird erst zur Kirchenmusik,
wenn ich sie in einem - wie auch immer gearteten - kirchlichen
Zusammenhang stelle. |
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((Eijeijei...
ein Stück dem vorigen Text unterlegen))
Musik
12
(AGM,
Konzertprobe in Hage/Norden)
Du bist meine Freude, du bist meine Sehnsucht
((nach 15
Sekunden rausziehen und unterlegen)) |
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Hage
bei Norden in Ostfriesland. Anfang August 1996. In der
Evangelisch-lutherischen Kirche wird geprobt. Die
Arbeitsgemeinschaft Musik in der Evangelischen Jugend der
Hannoverschen Landeskirche ist drei Wochen lang unterwegs auf
Sommertournee - mit Musikern und Band. Hier läuft ein Workshop.
In der ersten Woche haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich
gemeinsam ein Programm erarbeitet: ein paar christliche Songs und
ein paar populäre Rocknummern. Damit ziehen sie nun jeden zweiten
Tag an einen anderen Ort. Soundcheck und Proben in
Gemeindehäusern und Kirchen, dann raus auf die Straße, um ein
Publikum für den Abend zusammenzusingen. Praxistest. Die
Ergebnisse sind musikalisch noch nicht immer befriedigend. Und an
Experimente mit Techno und Hiphop ist handwerklich noch nicht zu
denken. Aber die Leute kommen. Es ist mal was anderes.
Die
Religionspädagogin Sabine Simon gehört zum Leiterteam in Norden.
Für sie ist klar, wohin die Reise künftig gehen muss in der
Kirche: |
O-Ton
18 (Sabine Simon, Arbeitsgemeinschaft Musik)
Also ich halte Musik für ein Ur-Ausdrucksmittel von Menschen und
von Religion, und deswegen halte ich es erst mal prinzipiell für
der Kirche das zugehörigste kulturelle Element, sage ich mal. Und
Musik ist auch immer Ausdruck der jeweiligen Zeit. Und die Musik,
die mich geprägt hat, die gibt’s in der Kirche kaum, die
möchte ich da aber gerne haben. |
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((hart
ansetzen))
Musik
13
„Nun
danket alle Gott",
auf: frank & chris „In dir ist Freude"
BTM 2, LC 6096
((nach
Bedarf ausspielen)) |
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