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Das Deutsche Liturgische Institut und die Musik der Kirche.
Was einen katholischen Gottesdienst ausmacht,
und wie er sich seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil verändert hat


© für das Manuskript bei Heinz-Peter Katlewski, 1999. 


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für Deutschlandfunk - Musikszene Deutschland: Rheinland-Pfalz
Sonntag, 9. Mai 1999, 15:05 - 15:58 Uhr

Teil 1 (von 6)

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Am Mikrofon ist Heinz-Peter Katlewski. Wir sind heute in der ältesten Stadt Deutschlands: in Trier - ganz im Westen der Republik, nicht weit von der Grenze zu Luxemburg. Der Ort, den wir besuchen, ist nicht so alt wie die Stadt, also 2000 Jahre, sondern nur knapp über 50: Das Deutsche Liturgische Institut. Diese Arbeitsstelle der deutschen Bischofskonferenz hat hier ihren Sitz am "Weberbach 72 a" einem großzügigen, hellen klassizistischen Bau aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts - unweit vom Trierer Dom. In diesen Gemäuern einer ehemaligen Katholischen Erzieherinnenschule geht es nicht nur um Musik, aber auch: um die Musik der Kirche, genauer, um die Musik der Römisch-Katholischen Kirche. Es geht um Musik, die zum Gottesdienst gehört - zur Liturgie der Kirche.

((ab "Musik" unterlegen, bei 2:02 aufblenden))

Musik 1

 Zum Einzug (Orgel und Fanfaren),
auf: Kölsche Mess für Urjel, Tröt und Trumm",
Pavement Records 1993, Best._Nr. 60016, LC 6628

((nach ca. 30" langsam bis "Werk für das Volk" rausziehen))

O-Ton 1 (Dr. Eberhard Amon, DLI-Trier) 
Liturgie könnte man in etwa übersetzen mit Gottesdienst. Das Wort Liturgie kommt aus dem Griechischen. Es ist ein zusammengesetztes Wort und bedeutet "Werk für das Volk". Und in diesem Sinne kam das Wort dann in den christlichen Sprachgebrauch und wurde auf Jesus Christus umgedeutet, dessen Leiden und Sterben und Auferstehen ja auch eine Liturgie war, nämlich das Werk eines für alle. Und die Feier des Todes und der Auferstehung Jesu Christi, also der Mittelpunkt des Gottesdienstes, nennt man dann in diesem Sinne Liturgie. Es ist das Erlösungswerk Jesu Christi in das er uns einbezieht

Eine theologische Deutung des Gottesdienstes von Eberhard Amon. Der Priester, langjährige Dekan von Rottenburg und promovierte Liturgiewissenschaftler ist seit einigen Monaten Leiter des Deutschen Liturgischen Instituts in Trier.

In den Arbeitszimmern des Hauses ist nicht viel von Musik zu sehen oder zu hören. Nirgendwo steht ein Instrument - jedenfalls habe ich keines gesehen - überall häufen sich dagegen Akten und Bücher. Allein ein Blick in die Bibliothek im Erdgeschoss lässt erahnen, dass bei allem, was hier in den verschiedenen Referaten bearbeitet wird, auch Musik irgend eine Rolle spielt. 50 000 Bücher stehen hier und rund 250 abonnierte Zeitschriften aus aller Herren Länder. Warum diese Breite?

Balthasar Fischer*) gehört zu den Gründern des Deutschen Liturgischen Instituts. Der emeritierte Trierer Professor für Liturgiewissenschaft und stellvertretende Vorsitzende des Instituts war von Anfang dabei und hat es mit aufgebaut:

O-Ton 2  (Prof. Dr. Balthasar Fischer, DLI-Trier)  
Diese Breite hängt damit zusammen, dass die Entstehungszeit des Instituts, das ist 1947 gegründet, wir haben vor kurzem 50jähriges Jubiläum gefeiert, eine Zeit war in der man sich gesamtkirchlich um die Reform der Liturgie Gedanken gemacht hat. Und zwar zu einem Zeitpunkt, als man vom Konzil noch nicht wusste, als diese Möglichkeit, dass das durch ein Konzil geschehen würde, wie es ja dann geschehen ist, überhaupt noch nicht im Blickfeld war, hatten wir trotzdem von Anfang an die Tendenz, einmal auf internationaler Ebene die katholische Liturgie, wie sie heute ist mit allen ihren Kostbarkeiten aber auch allen ihren Defiziten, scharf ins Auge zu fassen, um zu überlegen, was man hier in einer normalen Reform ändern könne und müsse.

Heute koordiniert es die liturgischen Bemühungen im gesamten deutschsprachigen Raum. Es beobachtet Entwicklungen, erarbeitet für die Liturgiekommission der Deutschen Bischofkonferenz Vorlagen und führt Aufträge aus. Dabei geht es vor allem um Bücher, um liturgische Bücher. Zum Beispiel:

  • das Rituale - das Handbuch für sakramentale Handlungen,

  • das Cantionale für die Vorsänger,

  • das Messbuch für die Priester und

  • das Gesangbuch für die Gemeinde:

O-Ton 3 (Dr. Eberhard Amon, DLI-Trier) 
Dieses Institut hier in Trier ist federführend für den ganzen deutschsprachigen Raum und arbeitet auch mit den liturgischen Instituten  der Schweiz und Österreichs zusammen. Von der Feier der Kindertaufe bis zur Feier des Begräbnisses, also wenn sie so wollen, von der Wiege bis zur Bahre, die liturgischen Bücher werden hier im Haus verantwortet.

Musik 2

 Zum Einzug (Orgel und Fanfaren),
auf: Kölsche Mess für Urjel, Tröt und Trumm",
Pavement Records 1993, Best._Nr. 60016, LC 6628

((nach ca. 15" langsam in den folgenden O-Ton rausziehen))

O-Ton 4 (Christof Emanuel Hahn, DLI-Trier) 
Der Gottesdienst wird normalerweise , so wie wir heute feiern, begonnen mit dem Introitus, bzw. mit einem Lied, das die Gemeinde zusammen singt, mit dem sie beginnt, mit dem sie sich selbst dann sozusagen zusammensingt und ein bisschen warm wird und in diese Feier eintritt. Der besondere Akzent des Tages, der vielleicht hier schon aufklingt, die Jahreszeit, kirchliche Jahreszeit, ob es Fastenzeit ist, Advent, oder eben eine Festzeit wie Ostern. Immer hat es eine andere Farbe, und die Musik ist fast besser als vieles andere geeignet, sehr schnell und intensiv einen Klang in den Raum zu bringen, eine Stimmung zu erzeugen und eine Festzeit einfach anklingen zu lassen. Es gibt auch bestimmte Lieder, die erklingen müssen, damit für die Gemeinden Advent ist. Wenn dieses Lied nicht kommt oder jenes, dann ist noch nicht die Zeit eigentlich da. Und so, wie ein Stichwort fällt dieses Lied dann, und die Leute wissen, jetzt ist diese Zeit.

Musik 3

"Nun bitten wir den Heiligen Geist",
aus: Gesänge aus dem Einheitsgesangbuch "Gotteslob": Pfingsten,
Tonstudio Rottenburg TSR C6

((nach ca. 15" langsam runterziehen))

Ein typisches Lied für den Pfingstgottesdienst: "Nun bitten wir den Heiligen Geist". Übrigens ein Lied, das nicht nur im Katholischen Gesangbuch "Gotteslob", sondern auch im Evangelischen Gesangbuch steht.

Christof Emanuel Hahn, Diplom-Theologe und Kirchenmusiker, leitet das Referat Kirchenmusik im Deutschen Liturgischen Institut.**) Wofür ist er zuständig?

O-Ton 5 (Christof Emanuel Hahn, DLI-Trier) 
Der größte Teil ist Einstimmigkeit in dem Sinn, als sowohl das Gesangbuch wie auch die Gesänge, die die Dienste zu vollziehen haben, d.h. was der Priester vorne singt, der Diakon singt, was mein Kantor vorzutragen hat, im Prinzip einstimmig sind und auf der anderen Seite auch noch mit Texten zusammenhängt oder direkt auf Texte zu singen ist, die festliegen.

*) Prof. Dr. Balthasar Fischer gehörte zu den international bedeutenden Liturgikern der Römisch-Katholischen Kirche. Er starb im Jahre 2001 im Alter von 88 Jahren. 
(weiter im Manuskripttext)

**) Christoph Emanuel Hahn wurde am 23. März 2004 in den Ruhestand verabschiedet.


Teil 1 (von 6)

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