|
|
 |
|
|
|
|
|
Für Inhalte
und Verlässlichkeit von externen Webseiten übernehme ich keine
Verantwortung! |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
|
Das
Deutsche Liturgische Institut und die
Musik der Kirche.
Was einen katholischen
Gottesdienst ausmacht,
und wie er sich
seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil verändert hat |
|
|
©
für das Manuskript bei Heinz-Peter Katlewski, 1999.
Hyperlinks
sollten aktuell sein. Bei fehlerhaften oder toten
URLs bitte ich um ein kurzes E-Mail mit Hinweis auf die
entsprechende Seite und den Link. Danke. |
Links
|
|
|
für
Deutschlandfunk - Musikszene Deutschland: Rheinland-Pfalz
Sonntag, 9. Mai 1999, 15:05 - 15:58 Uhr |
| Teil
6 (von 6) |
 |
|
|
O-Ton
29 (Dr. Eduard Nagel, DLI-Trier)
Die deutsche Kantillation hat noch nicht unbedingt ihre endgültige
Form gefunden. Es gibt auch noch Probleme, wie weit lässt sich
die gregorianische Art zu kantillieren mit der deutschen Sprache
wirklich zusammenführen. Müssten nicht muttersprachliche neue
Kantillationsformen gefunden werden. In dem Zusammenhang gab es in
den letzten Jahren einen Wettbewerb, den wir ausgerichtet haben,
der allerdings in der Öffentlichkeit nicht groß bekannt gemacht
wurde, sondern es wurden gezielt Leute angegangen von denen man
diesbezüglich was erwarten kann. Das Ergebnis liegt inzwischen
vor. Es ist nicht ganz so gut ausgefallen, wie wir erhofft hatten,
aber es hat doch Mut gemacht, weiterzumachen. Das heißt wir
werden noch einmal gezielt Leute die beteiligt waren an diesem
Wettbewerb angehen, um die Vorschläge, die sie schon gemacht
haben, weiter auszuführen, so dass wir doch einen Schritt
weiterkommen auf diesem Gebiet deutscher Kantillation. |
|
Auch
der Referent für Kirchenmusik im Institut, Christoph-Emanuel
Hahn, hat sich mit eigenen Ideen an diesem Wettbewerb beteiligt.
Seine Vorschläge sind als interessant empfunden worden, auch wenn
sie so wenig wie die anderen bereits als die Lösung schlechthin
akzeptiert worden. Immerhin, es lässt sich daran erkennen, in
welche Richtung die Reform gehen könnte: |
|
O-Ton
30 (Christof Emanuel Hahn, DLI-Trier)
Aus dem dritten Hochgebet: das Post-Sanctus, das Sanctus folgt, in
einer Art Kantillation, die natürlich nicht offiziell ist, aber
mit mehr melodischen Schritten dem Text gerecht zu werden
versucht.
singt:
Ja, du bis heilig großer Gott ....
|
|
Die
traditionell gregorianische Art der Kantillation hat sicher den
Vorteil, dass sie vertraut katholisch klingt, jedenfalls dann,
wenn sie gesungen wird. Eine alternativer Stil dürfte deshalb
wohl erst eine große Zahl von Anhängern benötigen, bevor er als
ein neues Leitmodell akzeptiert wird. Die Prozedur dazu bis zur
offiziellen Anerkennung und Aufnahme in das Messbuch verlangt überdies
einen langen Atem. |
O-Ton
31 (Dr. Eduard Nagel, DLI-Trier)
Wir haben ein Problem, wenn's ums Messbuch geht, auch wenn's um
die musikalische Seite geht, nicht nur wenn's um Texte geht. Zuständig
für die Approbation sind die Bischöfe des gesamtdeutschen
Sprachgebietes. Dann braucht es noch einmal eine Konfirmierung
dieser Beschlüsse durch die Gottesdienstkongregation in Rom. Das
bedeutet, das alles im Grunde genommen sehr aufwendig und sehr
kompliziert ist bis man da endgültig was hat. Und das steht u.U.
Entwicklungen auch irgendwo im Wege, weil man immer was Perfektes
sucht, statt dass man breit experimentieren kann. Es wäre
einfacher, wenn man da sagen würde "Singt wie ihr
wollt", sage ich jetzt mal ganz flapsig, aber "Singt wie
ihr wollt", wenn's schön ist, dann kriegen wir das einmal
ins Messbuch hinein. |
|
Musik 12
Wir
haben Gottes Spuren festgestellt,
auf: Frauen auf dem Wege - Lieder der kfd,
Music for Friends-Musikverlag/ Klens Verlag Düsseldorf
((nach ca.
57" langsam in die Moderation herausziehen)) |
|
Ein
letztes Thema: Bewegung und Tanz im Gottesdienst. In vielen Orten
und beiden Konfessionen haben sich in den letzten Jahren Gruppen
gebildet, die sich mit liturgischem Tanz beschäftigen. König
David tanzte und die Prophetin Mirjam auch. Warum sollen
Gemeindemitglieder ihren Gottesdienst auf harten Bänken feiern?
Andreas Poschmann beobachtet für das Institut diese Bewegung:
O-Ton
32 (Dr. Andreas Poschmann, DLI-Trier)
Das ist ein Thema, das eigentlich im Gottesdienst schon
immer vorhanden war und auch ist, aber derjenige, der sich
bewegt ist in der Regel nur der Priester, und vielleicht
noch einige liturgische Dienste. Die Gemeinde ist in den Bänken
in der Regel recht gefangen gehalten. Ministranten,
Kantoren, Lektoren, die beispielsweise
mit dem Priester mit einziehen zum Gottesdienst,
die kennen das Phänomen, dass man sich im Gottesdienst
bewegt. Die bewegen sich von einem Ort zum anderen, sie
gehen, und sie haben bestimmte Tätigkeiten, die sie
verrichten. Bei den Gebetsgesten und -gebärden ist es
dann auch schon etwas weniger. Der Priester steht in der
Orantenhaltung, also mit erhobenen Händen während die
Gemeinde das in den seltensten Fällen tut, in der Regel
gar nicht. |
|
In
manchen Gemeinden wird eine solche Gebetshaltung
ausprobiert, aber liturgischer Tanz ist das noch nicht.
Eine Arbeitsgruppe des Deutschen Liturgischen Instituts
mit Tänzerinnen und Tänzern kam zu dem Schluss, erst
noch ein wenig auszuprobieren, welche Bewegungen tatsächlich
in einer Gottesdienstliturgie Platz haben. Manches, was
heute schon gemacht wird, läuft eher in die falsche
Richtung, meint Andreas Poschmann: |
O-Ton
33 (Dr. Andreas Poschmann, DLI-Trier)
Ein typisches Beispiel dafür ist, dass man
Bewegungselemente, dann halt Kindergruppen überlässt.
Und damit wird das im Grunde ein Kinderkram, der die
Gemeinde wieder nichts angeht, das führt dann etwas zur
Beschäftigung, damit die Kinder nicht unruhig sind, und
das ist es eben gerade nicht. Im Grunde geht es ja darum, dass
diese Ausdrucksbewegung und das Tanz im Gottesdienst auch
eine Form der Verherrlichung Gottes, also des
Gottesdienstes selbst auch ist: der Antwort auf das was im
Gottesdienst verkündet wird. Es kann natürlich auch Verkündigung
selbst sein, man es durchaus auch vergleichen mit dem was
Musik für den Gottesdienst leistet, das kann genauso auch
Bewegung und Tanz leisten. Es kann etwas für die ganze
Gemeinde geben, wie das Gemeindelied, die Bewegung für
die ganze Gemeinde. Es kann einen Bewegungschor geben, es
kann Verkündigung durch Bewegung geben, bis hin
vielleicht auch zu Pantomime. Das alles erfordert natürlich
eine sehr gute Ausbildung auch - ein Könne, ein Vermögen
dessen, was man ausdrücken will. |
|
Das
war's für heute in der Musikszene Deutschland. Dieses Mal
aus Trier vom Deutschen Liturgischen Institut. Wer mehr über
das Institut wissen will oder einen Katalog der Veröffentlichungen
des Hauses haben möchte, die Adresse ist: Deutsches
Liturgisches Institut, Postfach, 54216 Trier.
Einen
schönen Sonntag wünscht Ihnen Heinz-Peter Katlewski. |
Musik
13
Schlussgesang,
auf: Schubert "Deutsche Messe",
EMI Laser CDZ 7627632, LC0110
((auf
Schluss ausspielen)) |
|
|
| Teil
6 (von 6) |
 |
|
|
|
|
|
|