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Anlässe
Tradition,
Erneuerung & die liturgische Musik der Kirche(n)
Diverse Beiträge zur Diskussion
über die Modernisierung der Kirchenmusik
1996 - 2001
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Die
Reformation hat die Kirchenmusik verändert: Der Gesang ist seitdem nicht mehr
nur eine Sache der Priester und Mönche, die ganze Gemeinde ist involviert. Die Orgel
dagegen war zu Beginn der Reformation umstritten. Doch Martin Luther
meinte: „Um des
jungen Volkes willen“ wenn
„es hilfreich und förderlich ist“, das Evangelium aufzunehmen,
sollen dazu Glocken läuten, Orgeln pfeifen und alles klingen, was klingen
kann.
Diese
Einlassung wurde vielfältig interpretiert, und sie hat bis heute großen Einfluss auf die Kirchenmusik, nicht
nur unter Lutheranern. Sie hat neue religiöse Volkslieder
ermöglicht. Sie hat Komponisten wie Heinrich Schütz und Johann-Sebastian
Bach hervorgebracht. Und heute dient sie in beiden großen
Konfessionen einer von Rock und Pop geprägte Generation als Argument. Seit den
sechziger Jahren will eine ganze Szene den Gläubigen nicht nur neue
Klänge nahe legen, sondern damit auch neue Gläubige zu gewinnen.
Mit
frommen Balladen und Schlagern, mit Gospel-Konzerten, Rock-, Pop- und
Techno-Messen, versucht sie, junge Leute in die Kirchen zu locken und
Frömmigkeit "hip" sein zu lassen.
Dieser Trend
zum missionarischen Kuschel- oder Predigtsound ist nicht unumstritten.
Viele Kirchenmusiker fürchten um das musikalische
Niveau im Gottesdienst und fürchten, der Verzicht auf musikalische Kunst
könnte Religion trivialisieren. Manche schlagen vor, Neue Musik in den Kirchenraum
zu holen und regen deshalb zeitgenössische Komponisten an, für Kirche
und Gottesdienst zu komponieren. Die Liturgiker machen sich Sorgen um Gestalt und Würde
des Gottesdienstes.
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Manuskripte
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Beispiele
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| Beiträge
für |
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BR
2, DLF,
DLR Berlin,
DRS 2,
SR 2, NDR 4,
Ö1, WDR 5
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Einige
CDs
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Deutscher
Musikrat (Hrg.):
Kirchenmusik
(Musik in Deutschland 1950 - 2000)
Gesamtspielzeit: 77:07
2001 BMG Ariola/SWR
20-seitiges Begleitheft mit ausführlichen
musikwissenschaftlichen Erläuterungen
Folgt man der pessimistischen Vorrede des
Musikwissenschaftlers und Komponisten Clytus Gottwald, dann ist alle
Hoffnung vergeblich. Er beklagt die Unfähigkeit der Kirchenmusik zur
Erneuerung nach 1945 und fürchtet, dass die Tendenz zur Popmusik in den
Kirchen dazu führen wird, "sich an die Zerstreuungsindustrie
auszuliefern" mit der Folge, dass dem Pluralismus in den Kirchen der
Garaus gemacht wird. Diese CD mit zeitgenössischer Kunstmusik für den
Kirchenraum versteht sich als ein Denkmal dagegen. Zu hören sind
stilistisch recht unterschiedliche Solo- und Chorsätze sowie
Orgelkompositionen von Helmut Bornefeld, Willhelm Weismann, Siegfried Reda,
Herbert Collum, Ernst Pepping, Oskar Gottlieb Blarr und Ruth Zechlin.
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Dieter
Schnebel: Missa
(Dahlemer Messe)
CD 1: 50:18
CD 2: 33:06
1993 wergo/SWF
36-seitiges ausführliches Begleitheft in deutsch und englisch
Dieter Schnebels "Dahlemer Messe"
ist eines der bekanntesten Werke Neuer Musik für die Kirche überhaupt. Der
Komponist hat eine Vielzahl von Einflüssen in sein kompositorisches
Schaffen aufgenommen - angefangen von der Wiener Schule Schönbergs bis hin
zu den Experimentalkompositionen eines John Cage. Schnebel ist aber nicht nur
Tonkünstler sondern auch Musikwissenschaftler und Theologe. Rund 10 Jahre
lang hat er als Pfarrer und Religionslehrer gearbeitet. Seine Dahlemer Messe
hat er der Bekennenden Kirche während des Nationalsozialismus gewidmet.
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Klaus
Martin Ziegeler:
Neue Musik In der Kirche
Gesamtspielzeit: 59:38
1997 Cantate/HR
12-seitiges Begleitheft in deutsch und englisch
Als Kirchenmusiker hat Klaus-Martin Ziegler
(1929-1993) versucht, einem breiten Spektrum Neuer Musik in der Kirche
Raum zu geben. Auf dieser CD interpretiert er deshalb recht
unterschiedliche Werke. Darunter ein sehr frühes und ein sehr spätes
Werk von Arnold Schönberg, ein Jazz-Psalmkonzert von Heinz Werner
Zimmermann und ein Orgelstück von John Cage.
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Einige
Bücher
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Neue
Musik in der Kirche
IV. Internationaler Kongress für
Kirchenmusik 1997 in der
Kartause Ittingen
ISBN 3-7245-1063-2
Friedr.-Reinhardt-Verlag Basel
91 Seiten (A4), einige Notenbeispiele
Dass die Debatte in Ittingen zeitweilig außerordentlich
heftig war, darauf weist Hans-Jürg Stefan als einer der Organisatoren im
Vorwort dieser Kongressdokumentation hin. Tatsächlich haben viele der
anwesenden Kirchenmusiker und Laien Teile der Vorträge und vor allem die
musikalischen Darbietungen als Provokation empfunden, nicht zuletzt
deshalb, weil manche "neu" mit populär übersetzt hatten. Die
Auseinandersetzung nahm zum Ende aber wieder konstruktive Züge an. Es ist
deshalb schade, dass dieser Widerstreit in den Plenardiskussionen zwischen
prophetischer Kunst und Sehnsüchten nach einem heimatlichen Ort Kirche
nicht wiedergegeben werden konnte, sondern die Dokumentation nur die
Vorträge abdruckt.
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Rolf
Schweizer:
Ritual und Aufbruch -
Kirchenmusik zwischen
pädagogischem Handeln
und
künstlerischem Anspruch
ISBN 3-921946-32-8
Strube-Verlag München 1996
224 Seiten, einige Notenbeispiele
"Kirchenmusik stillt elementare
religiöse Bedürfnisse" heißt die
Überschrift eines Unterkapitels dieses Buches. Wenn
Rolf Schweizer ein Referat zu einem Thema zeitgenössischer Kirchenmusik
hält, dann haben die Zuhörer schnell Instrumente in der Hand. Das
Buch dagegen enthält "bloß" eine Reihe von Aufsätzen.
Der im ganzen deutschsprachigen Raum bekannte ehemalige Landeskantor von
Mittelbaden versucht auch in seinen Texten stets praktisch nützlich
zu sein. Er formuliert sowohl allgemeine Kriterien für geistliches
Musizieren als auch praktische Handreichungen für die Arbeit mit Kinder-,
Jugend- und Posaunenchören. Und er sucht eine Beziehung herzustellen
zwischen klassischen protestantischen Komponisten wie Heinrich Schütz und
Johann-Sebastian Bach und der heutigen Schreiben von Kirchenmusik.
Vom Komponisten Rolf
Schweizer sind eine Menge Bücher
und CD's
im Handel, dieses Buch aber nicht mehr. Evtl. ist eine Suche in den Antiquariaten
aussichtsreich.
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Winfried
Dalferth:
Christliche Popularmusik als publizistisches Phänomen
ISBN 3-933992-01-X
Christliche Publizistik Verlag
Erlangen 2000
561 Seiten
Daffy ist sein Künstlername als
christlich-missionarischer Liedermacher, der schon einige CDs
veröffentlicht hat. Im Hauptberuf ist er Jugendpfarrer. Winfried Dalferth
hat auch schon einige Bücher zur Jugendarbeit publiziert und sich als
Mitherausgeber des Gitarrenbuchs
zum Evangelischen Gesangbuch einen Namen gemacht. Dalferth ist seit 1988
Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Gitarre in der Evang.Kirche in
Deutschland. Und mit diesem Engagement hängt wohl auch diese Doktorarbeit
zur christlichen Popularmusik zusammen. Er bilanziert so ziemlich alles,
was sich seit dem 19. Jahrhundert unter diesem Begriff zusammenfassen
lässt - angefangen von den Spirituals der amerikanischen Sklaven bis zur
christlichen Rockszene heute. Er diskutiert den Zusammenhang zwischen
Religion und Musik in der zeitgenössischen Popularmusik und stellt dem
ein missionarisches Konzept "christlicher Popularmusik als
Kommunikation des Evangeliums" gegenüber, dass er in die kirchliche
Arbeit integriert wissen möchte.
DAs Buch ist nur noch
über den Autor direkt erhältlich.
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Einige
Videos/DVDs:
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Sister Act
1 + Sister Act 2
Zwei populäre Filme zum Thema fröhliche
Kirche gegen das Böse in der Welt.
Sister
Act 1: Whoopi Goldberg in der Rolle einer zeitweilig
ins Kloster geflüchteten Nachtclubsängerin. Sie macht die zunächst sehr
reservierten Klosterschwestern und ihren schläfrigen Nonnenchor zu einer Attraktion und
in ihrem Stadtteil zu einer moralischen Kraft. Das rettet auch die
Finanzen ihrer Kirche.
Sister
Act 2: Diesmal rufen die Nonnen selbst ihre zeitweilige
Mitschwester. Sie soll die Schüler ihrer Klosterschule vor Verschlaffung
und die Schule vor der Schließung retten. Das gelingt Whoopi Goldberg
natürlich spielend. Die Musikklasse gewinnt einen Chorwettbewerb und die
pubertierenden Rotzlöffel gewinnen an Selbstbewusstsein und
Benehmen.
Die beiden
Streifen bieten vor allem zwei
unterhaltsame Geschichten. Es ist leichte Kost. Sister Act 2 ist der
deutlich schwächere Film, nicht nur weil Thomas Gottschalk darin eine
völlig sinnlose Rolle hat, sondern weil vor allem der Anfang der Story an
den Haaren herbei gezogen ist. Dass die Kirche und ihre Institutionen durch kraftvollen
und charismatischen Gesang ein Comeback zu erleben vermag, mag eine
Nebenbotschaft sein. Die kann man glauben kann oder auch nicht.
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