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Das
Gebet, das nun folgt, gehört zum Morgengottesdienst. Es wird
gesprochen oder gesungen wie eine Begrüßung. Die Worte sind
vertraut. Sie stammen aus dem 4. Buch Mose: „Wie schön sind
deine Zelte, Jakob, deine Wohnstätten Israel. Durch die Fülle
deiner Gnade darf ich in dein Haus kommen, mich vor deiner
heiligen Stätte bücken in Furcht vor Dir! Ewiger, ich liebe die
Stätte deines Hauses, den Ort, wo deine Ehre thront.“ Ma Tovu,
heißt dieses Gebet und wurde von Louis Lewandowski im letzten
Jahrhundert komponiert und erinnert – vermutlich nicht ganz zufällig
– an eine italienische Arie.
Andor Izsák. |
O-Ton
14 (Band 970 Prof. Andor Izsák, Hannover)
... kommt dieses ganz einmalige Lied „Ma Tovu“ (Wie schön
sind deine Zelte). Genauso wie im Brahms-Requiem, wo der Chor
singt . Singt: „Wie selig sind deine Wohnungen Herr
Zebaoth“. Wir singen dieses Lied immer beim Betreten der Synagoge.
Und bei uns klingt das so. Singt: Ma Tovu |
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Ma
Tovu. Im Konzert sangen der New Yorker Kantor Joseph Malovany und
der große, aus mehreren hundert Stimmen bestehende Chor. |
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Musik
10
Ma
Tovu (Wie schön sind deine Zelte)
Musik: Louis Lewandowski (1821 – 1894)
Text: hebräisch trad.
Interpreten: Kantor Joseph Malovany, New York
alle beteiligten Chöre
Orgel: Prof. Gerhard Dickel, Hamburg |
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Jetzt
folgt noch einmal eine Kantorin. Roslyn Barak ist Oberkantorin
einer großen Reformsynagoge in San Francisco. Sie singt gemeinsam
mit dem Chor - begleitet auf einer Harfe - einen Psalm, der außer am
Schabbat und an besonderen Feiertagen, täglich im Rahmen des
Morgengottesdienstes gebetet wird.
Die Melodie schrieb vor über hundert Jahren der damalige
Kantor von Paris, Samuel Naumbourg.
„Jauchzet
zum Ewigen, ganze Erde! Dienet dem Ewigen mit Freude, kommet vor
ihn mit Jubel! Erkennet, dass der Ewige Gott ist, er hat uns
erschaffen, und ihm gehören wir an, sind sein Volk, und die Herde
seiner Weide“. Ein Hinweis noch, der vielleicht den oder anderen
interessiert. Während die christlichen Übersetzungen der Bibel
„Jauchzet dem Herrn“ übersetzen, reden jüdische Texte meist
vom „Ewigen“. Roslyn Barak, Chor und Harfe interpretieren
Mismor Lesodo – den Psalm zum Dankopfer.
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Musik
11
Mismor
Lesodo
Musik: Samuel Naumbourg (1816 – 1880)
Text: hebräisch trad. nach Psalm 100
Interpreten: Kantorin Roslyn Barak, San Francisco,
alle beteiligten Chöre
Orgel: Prof. Gerhard Dickel, Hamburg
Harfe: ? |
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So,
wie es Gesänge und Gebete gibt zum Ausheben der Thora aus dem
Thoraschrein, gibt es auch welche, wenn sie zurückgestellt wird, nach dem
daraus gelesen wurde und die Gemeinde sie anschauen und mit dem Tallit,
dem Gebetsmantel berühren durfte. Der Text schließt unmittelbar an die
Verse an aus dem zuvor gehörten Lied von Louis Lewandowski. Im Text geht
es weiter im 4. Buch Mose. „und wenn die Lade sich niederließ, sprach
Moshe – Moses: Kehre zurück Ewiger, zu den Myriaden der Tausende
Israels!“
Und auch das ist eine Vertonung von Louis Lewandowski. Es
singt Kantor Moshe Schulhof aus Miami
- gemeinsam mit dem großen Chor im Kuppelsaal des Kongreßzentrums
Hannover. Uwenucho Jomar:
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Musik 12
Uwenucho
Jomar (Und wenn sie sich niederließ)
Musik: Louis Lewandowski (1821 – 1894)
Text: hebräisch trad. nach 4. Mose (Numeri) 10, 35
Interpreten: Kantorin Roslyn Barak, San Francisco,
alle beteiligten Chöre
Orgel: Prof. Gerhard Dickel, Hamburg
Harfe: ? |
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Jetzt
folgt noch einmal ein großes Stück, wieder ein Werk von Louis
Lewandowski. Es ist der Psalm 103: „Preise meine Seele, den Ewigen, und
all mein Innerstes seinen heiligen Namen“. Andor Izsák, der
Leiter dieses Konzerts und Direktor des Europäischen Zentrums für
Jüdische Musik, hat diese Komposition erst vor wenigen Jahren
erschlossen und veröffentlicht:
O-Ton
15 (Prof. Andor Izsák, Hannover)
Diese Komposition ist nicht für die hebräische Sprache,
sondern die deutsche komponiert worden. Louis
Lewandowski, der seine 18 liturgischen Psalmen, wie er
schrieb, für Soli, Chor und Orgel komponierte, widmete sein
Werk, wie es in der Notenveröffentlichung heißt, seiner Majestät, dem Könige von Bayern Ludwig II.
in tiefster Ehrfurcht. Und von diesem Lewandowski, der im Jahre 1894 starb,
konnte ich die
18 Psalmen genau 100 Jahre später veröffentlichen. Ich
hätte aber nie geglaubt, dass es einmal möglich sein
wird, wie heute bei diesem Konzert, dass 500
nichtjüdische Sänger jüdische Kompositionen von dem
großartigen Berliner Synagogenmusiker singen würden. |
Psalm
103. Es singen die Solisten aus den Chören und die vereinigten Chöre
aus Berlin, Breslau, Hamburg, Braunschweig, Hannover und Osnabrück.
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Musik
13
Psalm
103
Musik: Louis Lewandowski (1821 – 1894)
Text: deutsch trad.
Interpreten: Solisten und Chor, Knaben- und Jugendchor der
Hamburger Hauptkirche St.Michaelis, Hannoverscher
Oratorienchor
Orgel: Prof. Gerhard Dickel, Hamburg |
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Musik
14
Psalm
150 – Halleluja
Musik: Louis Lewandowski (1821 – 1894)
Text: deutsch trad.
Interpreten: alle beteiligten Chöre, Solisten aus
den Chören
Orgel: Prof. Gerhard Dickel, Hamburg |
Durch
die Sendung führte sie Heinz-Peter Katlewski. Einen schönen
Abend. |
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