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O-Ton
6 (Cantor Josée Wolff, Union for Reform Judaism, New
York)
Judaism is a lot about distinctions and differentiating
between sacred and profane, between kosher and non-kosher,
between this and that. A lot of it is about distinctions.
And that’s in a way what the music does too, that if you
use the music for a weekday or a Shabbat it makes
distinctions between different times. I helps you to keep
track of this is a weekday, this is Shabbat, this is Rosh
Hashana, the New Year. So, if you take a text like the
first blessing of the Amidah, which is one of the central
parts of the prayer service. It’s a set of 19
benedictions during the week and seven on Shabbat, but the
texts are constant. It’s the same way you sing on a week
that you sing on Shabbat, it’s the same text that come
on the high holidays, only with some additional lines in
there. But the sounds are different.
On
a weekday here that text might sound something like this:
(singt) That’s
the beginning of a weekday. Its in a certain mode with a
certain sound. On
Shabbat that same text would sound like this: (singt).
Different
sound, different mode.
Now,
on the high holidays – the exact musical setting vary a
little bit, but the mode is the same mode. So, one
composer may do the not this way and the other one may do
it that way, but they all use the same basic material. So,
on High Holidays, this is the version of Lewandowski. I
just used this in Holland. This is how the same text would
sound: (singt). It is
a very different sound again, and the sound changes at the
end of Yom Kippur. The concluding service which is called
N’ilah its on tonality again, and it is a very different
sound, which again helps you to remember where you are in
that cycle of that days. In the morning it would sound the
way I just sang it, but in the afternoon at the end of the
day, the same text is gonna sound like this: (singt).
And it’s a typical motif for the end of Yom Kippur, and
you here this sound of motif throughout Ashkenazi
communities, even though the exact notes maybe a little
different, but that’s what the basic motif will be there.
Im
Judentum geht es zu einem großen Teil um Unterschiede,
darum, differenzieren zu können zwischen heilig und
profan, koscher und nicht koscher, zwischen diesem und
jenem. Bei ziemlich vielen Gelegenheiten geht es um
Unterschiede. Und so ist es auch bei der Musik. Es gibt
Unterschiede zwischen Musik für den Wochentag oder für
einen Ruhetag, einen Schabbat. Es macht einen Unterschied,
ob es abends oder morgens ist. Das hilft dir, dir darüber
klar zu werden in welcher Zeit du dich gerade befindest.
Ob es Schabbat ist oder meinetwegen Rosch Haschana –
unser Neujahrsfest. Zum Beispiel die Amida – das ist ein
Sammlung von Segenssprüchen, die während des
Gottesdienstes im Stehen gesprochen oder eben gesungen
wird. Es sind 19 während der Woche und sieben am
Schabbat, aber die Texte sind immer die gleichen. Es ist
stets die gleiche Art und Weise, ob in der Woche oder am
Schabbat, nur an hohen Feiertagen kommen noch ein paar
Zeilen dazu. Es klingt jedoch immer anders. An Wochentagen
ungefähr so: (singt)
Das
ist der Beginn eines Wochentages. Es ist eine bestimmte
Melodiefigur mit einem bestimmten Klang. Am
Schabbat würde der gleiche Text so klingen: (singt)
Nun,
an den hohen Feiertagen, da variiert die Anordnung ein
wenig, aber die Melodiefigur ist stets die gleiche. Der
eine Komponist mag das so ausdeuten, der andere geht einen
anderen Weg, aber alle nutzen das gleiche musikalische
Material. Das ist eine Version von Lewandowski für die
Hohen Feiertage. Die klingt ungefähr so: (singt)
Wieder
ein neues Klangbild, und am Ende des Versöhnungstags, an
Yom Kippur hört es sich erneut anders an. Beim
Schlussgebet, beim Neila sind wir wieder in der
Tonalität, und wieder ertönt es ganz anders. Das hilft,
sich daran zu erinnern, dass es um einen Zyklus von
bestimmten besonderen Tagen geht. Am Morgen von Yom Kippur
würde es so klingen, aber am Nachmittag, am Ende des
Tages etwa so: (singt)
Das
ist ein typisches Motiv für das Ende von Jom Kippur. So
erklingt es jedenfalls in allen aschkenasischen Gemeinden,
auch wenn vielleicht die exakten Noten ein wenig variieren
mögen. Das grundlegende Motiv, das ist stets zu
identifizieren. |
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Musik
10
Adir
Hu,
auf: The Best of Rabbi Shlomo Carlibach,
BAN 15300, Industrie-Nr. 7-293372-153006
((bei
ca. 0:48 rausziehen, evtl. unterlegen)) |
Ein
traditionelles Gebet, das am Pessachfest gesungen wird, wenn die
Geschichte vom Auszug aus Ägypten erzählt wird. Sänger ist der
1994 verstorbene Rabbi Shlomo Carlibach. Er war wie Debbie
Friedman von der amerikanischen Folkbewegung der frühen sechziger
Jahre geprägt. Seine Vertonungen allerdings halten sich enger als
die der meisten amerikanischen Songschreiber an die alten
musikalischen Überlieferungen und Modi, die bis heute das
Judentum durch die Geschichte begleiten.
Charakteristisch
für diese Modi ist das komplizierte Geflecht der Tropen der
Tora-Kantillation. An der School of Sacred Music gehören sie zum
Basis-Handwerk. Hier ein kurzes Klangbeispiel. Erst wird eine
einzelne Trope mit ihrem hebräischen Namen gesungen, „Kad'ma“,
dann erklingen eine Ableitung dazu, und schließlich vier kurze
Wortkombinationen aus der Tora. |
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Musik 11
Track 35,
The Art of Torah Cantillation,
Transcontinental/New Jewish Music Press No. 386503 |
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O-Ton
7 (Cantor Jeffrey Goldberg, Hebrew Union College, New York)
You can look at Jewish music, and we can look at certain different
layers. We can say certain layers are older than others. We know,
the cantillation must be the old-est layer in Jewish music, but
cantillation varies from community to community. From Ashkenazi to
Sephardi to Oriental, and there are differences in the Ashkenazi
communities, but it still remains the oldest level. Than you have
the simple prayer-chants, which Ashkenazi call the Nusach. Some of
these are very old. Some of these are related to the cantillation,
the way we chant the publicly red books of the bible. But there
have been changes even within Nusach.
Wenn
man jüdische Musik betrachtet, entdeckt man verschiedene
Schichten. Man kann zum Beispiel sagen, bestimmte Schichten sind
älter als andere. Wir wissen, dass die Tora-Kantillation die
älteste Schicht darstellt. Aber Kantillation ist nicht überall
gleich. Sie variiert von Gemeinschaft zu Gemeinschaft. Sie ist
anders bei aschkenasischen Juden als bei den Sepharden oder bei
den Orientalen. Und innerhalb der aschkenasischen Gemeinschaft
gibt es auch wieder Varianten. Dann gibt die einfachen
Gebetsgesänge, die bei den Aschkenasim Nussach genannt werden.
Einige darunter sind sehr alt. Einige sind auch mit der
Kantillation verwandt. Aber auch bei den Nussach-Gesängen gibt es
Abweichungen. |
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Jeffrey
Goldberg ist sowohl ein studierter Rabbiner als auch ein
studierter Kantor. Er lehrt heute jüdische Musikethnologie an der
School of Sacred Music des Hebrew Union College in New York.
In
jüngster Zeit steigt das Interesse an diesem Schatz der Tradition
– auch im mächtigen Reformjudentum Nordamerikas. Im 19. und
frühen 20. Jahrhundert suchten Gemeinde und Kantoren Anschluss an
die herrschende bürgerliche Musikkultur. Seit der zweiten Hälfte
des 20. Jahrhunderts versuchen es Rabbiner und Gemeinden mit der
Intimität und der unmittelbaren musikalischen Sprache der
Lagerfeuergesänge. Parallel dazu dienen jetzt immer mehr
Gläubigen die alten jüdischen Traditionen als Quelle, die eigene
Identität zu definieren gegenüber den vielen anderen noch
wachsenden religiösen Angeboten in der modernen Gesellschaft der
USA. |
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O-Ton
8 (Cantor Josée Wolff, Union for Reform Judaism, New York)
Worship – you know: Services, Prayer and Music have become much,
much more important in the Reform movement, especially in the last
two years. Worship and Music have been on the front burner because
the Reform movement for a very long time has focussed a lot on
social action, on being just, on helping the poor, the needy, and
less on its own prayer life, its own religious and spiritual life.
And I think over the last – certainly the last five years,
possibly a little longer, we’ve seen a change, where people are
searching again for the spiritual side as well. It doesn’t mean
the social action as practice became less important, but it does
mean that the spiritual life and the prayer life of Jews has
become more important. And part of that picture, when you talk
about religious services and prayer services, music is a very
integral part of that. And so worship and music have become really
central focai for the Reform movement.
Gottesdienste,
Gebete und Musik haben in der Reformbewegung erheblich an
Bedeutung gewonnen, vor allem in den letzten zwei Jahren. Lange
Zeit hatte sie sich ausschließlich auf soziales Engagement
konzentriert – Gerechtigkeit, Hilfe für die Armen und
Bedürftigen. Die eigene Frömmigkeit, das eigene spirituelle
Leben blieben dabei außen vor. Aber in den letzten fünf Jahren
zeichnet sich eine Veränderung ab. Die Menschen suchen nach
Spiritualität. Das heißt nicht, dass soziales Engagement
bedeutungslos geworden wäre, aber die spirituelle Komponente hat
an Bedeutung gewonnen. Und wenn man über religiöses Leben und
Gottesdienste spricht, dann ist Musik notwenig ein Teil des
ganzen. Auf diese Weise sind Spiritualität und Musik die beiden
wichtigsten Schwerpunkte der Reformbewegung geworden. |
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Musik
12
Psalm
113,
auf: Celebrating the Past and the Present,
HUC-JIR 1999, Industrie-Nr. 6-6035506172-1
((auf
Schluss spielen)) |
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