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Vor Napoleon gab es Protestantismus nur privat!
Kölner Reminiszenzen zum Lutherjahr


für Studio ECK - Evangelische Radiowerkstatt im Bürgerfunk von Radio Köln
Samstag, 17. Februar 1996, 18:22 - 18:56 Uhr

Teil 1 (von 3)

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Guten Abend. Hier ist Studio ECK, die evangelische Radiowerkstatt im Bürgerfunk von Radio Köln. Unser Thema heute will nicht so recht in diese närrische Zeit passen. Aber das Datum lässt uns keine Wahl. Mitten im fröhlichen Karnevalstrubel erinnern wir an den Todestag einer großen historischen Persönlichkeit - an Martin Luther. 1996 ist ein Lutherjahr. Morgen, am 18. Februar 1546, also vor 450 Jahren, starb er in Eisleben.

Wir zeichnen ein kurzes Lebensportrait des Reformators, schauen uns in einer Kölner Luther-Ausstellung um und erkundigen uns nach der Geschichte der Protestanten in Köln.

 Schließlich fragen den stellvertretenden Stadtsuperintendenten der Evangelischen Kirche in Köln, ob wir nicht eigentlich eine neue Reformation nötig haben. Am Mikrofon begleitet sie Heinz-Peter Katlewski.

Musik

62 Jahre alt ist Martin Luther, als er am 18. Februar 1546 dort stirbt wo er auch geboren wurde: im thüringischen Eisleben. Damals war er gerade auf einer politischen Mission. Zwei Grafen hatten sich in Erbstreitigkeiten verwickelt. Und Luther vermittelt - mit Erfolg. In Glaubensfragen aber war er zeitlebens wenig kompromissbereit, auch Anhängern gegenüber nicht.

Zum ersten Mal äußert sich diese Entschiedenheit im Alter von 22 Jahren: Er wird beinahe von einem Blitz getroffen. In seiner Angst gelobt er, ins Kloster zu gehen, wenn das Gewitter ihn verschont. Und er tut es. Als Mönch im Augustinerkloster zu Wittenberg studiert er Theologie, wird Priester und schließlich Professor für Theologie. Erst im 39. Lebensjahr legt er die Mönchskutte wieder ab.

Damals, im Spätmittelalter, glauben viele Menschen, das jüngste Gericht ist nicht mehr fern. Auf immer neuen Wegen versuchen sie Ablass für ihre Sünden zu erhalten. Auch Luther. Während seiner ganzen Klosterzeit quält er sich mit der Frage, wie er mit seinen Sünden Gerechtigkeit vor Gott erlangen kann. Erst beim Studium des Römerbriefes im Neuen Testament entdeckt er eine Stelle, die er als Erlösung empfindet.

Nicht durch seine Leistungen kann er vor Gott gerecht werden, erkennt er, sondern nur durch den Glauben, durch das Vertrauen in Gott.

Diese Erkenntnis veröffentlicht er in 95 Thesen. Heftig kritisiert er darin die Geschäftemacher seiner Zeit, die mit dem Verkauf von Ablassbriefen den Menschen vormachen, sich von ihren Sünde mit Geld befreien zu können.

So beginnt die Reformation. Nur, dass aus diesem Diskussionsbeitrag schließlich auch eine reformatorische, eine evangelische Kirche entsteht, hat Luther ursprünglich nicht beabsichtigt. Das ist eine Folge der damaligen politischen Umstände.

Gegner und Anhänger seines Thesenpapiers und seiner unzähligen andere Schriften gruppieren sich um Machtinteressen. Die einen wollen Martin Luther auf dem Scheiterhaufen verbrennen, die anderen bewahren ihn vor Verfolgung. Unter dem Schutz des Kurfürsten von Sachsen zum Beispiel beginnt er seine wichtigste Arbeit: Verkleidet als Junker Jörg übersetzt er auf der Wartburg bei Eisenach das Neue Testament ins Deutsche.

Musik

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© für das Manuskript bei Heinz-Peter Katlewski, 1996. 


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