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Relitainment
Die Kirchen und das Internet 


für WDR 5 - Diesseits von Eden - Die Welt der Religionen
Sonntag, 2. November 1997, 13:30 - 14:00 Uhr


O-Ton 1 (Internet: http://www.taize.fr)

„Jesus, remember me“ 
und Druckergeräusche

((nach ca. 18 Sekunden absenken und unter dem Text rausziehen))

Keine Sorge. ihr Radio ist in Ordnung. Was Sie im Hintergrund hören ist mein Drucker. Er druckt eine Internetseite aus der Communauté de Taizé.1 Das ist eine ökumenische Gemeinschaft im französischen Burgund, deren Lieder und Gebete heute sowohl in evangelischen wie der katholischen Kirchen populär sind. Angewählt habe ich diese Seite über meinen Internetdienst. Die Adresse dieser sogenannten Homepage ist einfach: www.taize.fr. Und dieses Lied „Jesus, remember me“ ist ein Download. Innerhalb von wenigen Minuten habe ich mir von der Taizé-Internetseite diese Musikdatei heruntergeladen, und gleich danach - direkt aus dem Netz - ein paar Texte über diese ökumenische Gemeinschaft ausgedruckt.

O-Ton 1 (Internet: http://www.taize.fr)

„Jesus, remember me“ 
und Druckergeräusche

((mit den Druckergeräuschen rausziehen))

Ich bin gerade online im multimediafähigen Teil dieses weltweiten Computernetzwerks „Internet“: im World Wide Web. Ich kann damit zugreifen auf eine Fülle von Informationen auf einer unüberschaubaren Zahl von Computern. Auch etliche christliche Gruppen, Gemeinschaften, Gemeinden und Kirchen haben ihre Rechner darin eingebunden. Auch die EKD, die Evangelische Kirche in Deutschland. Um mit ihr in Kontakt zu treten braucht man nicht viel mehr als viele heute schon haben: einen Computer mit Soundkarte, ein Modem, das an ein Telefon angeschlossen wird, einen Anbieter von Internetleistungen im lokalen Telefonnetz und einen Browser, ein Computerprogramm, das die Daten und Informationen im Netz ordnet und in Texte, Graphiken und Klänge übersetzt. Und dann braucht man noch die richtige Adresse. Auch für die Evangelische Kirche in Deutschland ist sie ganz einfach: www.ekd.de. Dort wird man mit einer Nachricht begrüßt und ein paar Bildern zur kürzlich erfolgten Wahl des Rates der EKD. Wer möchte, kann dazu mit der Maus auf eine Schaltfläche klicken ...

O-Ton 3 (Mausklick)


((zügig in den Text rausziehen))

... und online Musik hören: Orgel, Klavier, Dance oder Techno.

O-Ton 4 (Internet: www.ekd.de)

Techno

((zügig in den Text rausziehen))

Sobald man auf einen blauen, unterstrichenen Text klickt, einen Hyperlink, ist man schon wieder ganz woanders, auf einem ganz anderen Computer, in einer ganz anderen Stadt oder in einem ganz anderen Land. Im Slang der Computerfans spricht man dann von surfen. Das kann man bereits im Rahmen der Angebote einer Seite. Bei der EKD zum Beispiel kann man von bloßen Texten und Bildern zu einem Fragebogen gelangen. Dort wird man gebeten, der Kirche Noten geben von Eins bis Sechs - online durch Anklicken von Schaltflächen: für ihre Gottesdienste, die Vermittlung von Werten und Sinn, für ihr Engagement in politischen Fragen. Wer eine Homepage auf einem Computer im World-Wide Web ablegt, der will eben auch, dass die Internetsurfer ein wenig verweilen. Bei der Evangelischen Kirche in Deutschland hat das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik in Frankfurt am Main dafür die Verantwortung übernommen. Projekt­leiter ist der promovierte Theologe Matthias Schnell:

O-Ton 5 (Dr. Matthias Schnell, gep, Frankfurt/M.)
Was wir natürlich versuchen zu verstärken, sind interaktive Anwendungen, zum Beispiel Spiele, wo dann christliche Inhalte spielerisch vermittelt werden, was ich unter dem Stichwort Edutainment oder Relitainment sehe. Und dann natürlich Datenbankanwendungen, wie zum Beispiel mit den ganzen Texten, die wir draufgestellt haben, was jetzt langsam unübersichtlich wird. Unter interaktiv heißt dann für mich auch im kommunikativen Bereich ein Chat einzurichten, das regelmäßig stattfindet, wo wir regelmäßig im Netz mit den Leuten kommunizieren.

Das ist freilich leichter gesagt als getan. Das Internet ist zwar ein neues Medium mit ganz neuen Möglichkeiten zur Information oder zum Missionieren. Aber was die Internetsurfer fasziniert, und was weniger geeignet ist, dass müssen die Anbieter täglich neu herausfinden. Sie haben heftige Konkurrenz. Für neugierige Internetsurfer macht es finanziell jedenfalls keinen Unterschied, ob sie im Netz die Homepage der eigenen Kirchengemeinde besuchen oder irgendeine christliche Sondergemeinschaft in Australien, den USA oder Düsseldorf. Christen, Muslime, Juden, Buddhisten, alle Religionsgemeinschaften, wo immer in der Welt, sind im World-Wide Web ebenso gut und schnell zu erreichen, wie auch die eitle private Homepage des Nachbarn von Nebenan oder die Kataloge eines Modehauses in Italien. Die Hürden für unverbindliche Besuche im Netz sind sehr niedrig und bloß einen Mausklick weit entfernt Das Internet mit seiner täglich wachsenden Zahl von Teilnehmern ist insofern eine Herausforderung – auch für die Kirchen. Aber auch dort können sie die Glocken läuten lassen – mit einem Klick:

O-Ton 6 (Mausklick):

((zügig in den Text rausziehen))

O-Ton 7 (Internet: www.taize.fr)

Glocken

((nach ca. 10 Sekunden absenken und rausziehen))

© für das Manuskript bei Heinz-Peter Katlewski, 1997. 


Hyperlinks
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1 Gründer der ökumenischen Taizé-Kommunität war der protestantische Theologe Roger Schutz. Er wurde am 12. Mai 1915 geboren und am 16. August 2005 während des Abendgebets seiner Gemeinschaft durch eine wahrscheinlich verwirrte Frau mit Messerstichen ermordet.
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